Rate venöser Thromboembolien bei Krebs-Kranken unter Apixaban reduziert


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften 

Mit dem oralen Gerinnungshemmer Apixaban ist bei ambulanten Tumor-Patienten, die eine Chemotherapie starten, die Rate venöser Thromboembolien reduziert worden. Die Rate schwerer Blutungen war unter Apixaban allerdings größer als unter Placebo.

Hintergrund

Venöse Thromboembolien sind bei Krebs-Kranken relativ häufig; die Behandlung ist schwierig, da diese Patienten besonders gefährdet sind, erneute venöse Thromboembolien und bedrohliche Blutungen zu erleiden. Patienten mit einem soliden Tumor und einem Khorana Score ≥2 haben in den ersten sechs Monaten einer Chemotherapie ein geschätztes Thromboembolie-Risiko von knapp 10 Prozent. Empfohlen wird die Gabe eines niedermolekularen Heparins, da diese Medikation in Studien besser als Vitamin-K-Antagonisten abgeschnitten hat. Allerdings fehlen ausreichende Langzeitdaten dazu. Der Vergleich mit neuen oralen Gerinnungshemmern, die sich in den vergangenen Jahren als Alternative zu Vitamin-K-Antagonisten erwiesen haben, ist daher naheliegend.

Design

Placebo-kontrollierte Phase-2-Studie mit 574 rund 62 Jahre alten Tumor-Patienten, die ein intermediäres bis hohes Risiko für eine venöse Thromboembolie hatten (Khorana Score ≥2 auf einer Skala von 0 bis 6).  288 Patienten erhielten Apixaban (2 x 2,5 mg / täglich), 275 Placebo. Primärer Endpunkt war die Rate venöser Thromboembolien innerhalb von sechs Monaten nach der Randomisierung, sekundärer Endpunkt die Rate schwerer Blutungen.

Hauptergebnisse

  • In der Apixaban-Gruppe betrug die Rate venöser Thromboembolien 4,2 Prozent, in der Placebo-Gruppe 10,2 Prozent (Hazard Ratio 0,41; 95% CI 0,26 - 0,65; P
  • Unter Apixaban war erwartungsgemäß die Rate schwerer Blutungen mit 3,5% versus 1,8% höher (Hazard Ratio 2,00; 95% CI 1,01- 3,95; P = 0,046). 
  • Die Gesamt-Mortalitätsraten waren nicht signifikant unterschiedlich (12,2% unter Apixaban versus 9,8% unter Placebo).

Klinische Bedeutung

Nach Ansicht der Autoren haben orale Gerinnungshemmer im Vergleich zu parenteral verabreichten Wirkstoffen einige Vorteile, etwa geringere Kosten und die angenehmere Applikationsweise. Inzwischen liegen auch mehrer Studien vor, die die Effektivität oraler Gerinnungshemmer wie Apixaban oder Rivaroxaban und Edoxaban zur Thromboembolie-Prophylaxe bei Tumor-Patienten zeigen. Ein unvermeidliches Grundproblem dieser Prophylaxe bei diesen Patienten ist das erhöhte Blutungsrisiko. Dieses Risiko hängt unter anderem von der Art des Tumors ab. Bei der Wahl der Krebs-Kranken, bei denen eine medikamentöse Thromboembolie-Prophylaxe indiziert ist, kommt es demzufolge sehr darauf an, jene Patienten zu identifizieren, bei denen das Nutzen-Risiko-Verhältnis positiv ist. Ein wichtiger Aspekt ist selbstverständlich auch, wie weit fortgeschritten das Tumorleiden ist und wie die Prognose der Patienten aussieht

Finanzierung: Canadian Institutes of Health Research und Bristol-Myers Squibb–Pfizer Alliance