Raman-Spektroskopie erkennt gefälschte Impfstoffe


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft:

Schnelle und zuverlässige Analyseverfahren sind notwendig, um gefälschte Impfstoffe einfach zu erkennen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben nun mit Wissenschaftlern aus Jena gezeigt, dass die Raman-Spektroskopie hierfür sehr gut geeignet ist. Über die Ergebnisse berichtet NPJ Vaccines in seiner Online-Ausgabe.

Hintergrund

Auch wenn die Zahl der identifizierten Arzneimittelfälschungen in der legalen Lieferkette laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) insgesamt gering ist, kann die Einnahme eines gefälschten Arzneimittels gravierende gesundheitliche Auswirkungen haben.. Das gilt auch für Impfstoffe. Hier ist die Überprüfung mitunter besonders schwierig, da es sich um sehr komplexe Arzneimittel handelt. Während sich schon Impfstoffe gegen nur einen Erreger aus verschiedenen Substanzen zusammensetzen, sind die Bestandteile bei Kombinationsimpfstoffen noch zahlreicher, so das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in einer aktuellen Mitteilung.

Design

Bei der Raman-Spektroskopie werden Moleküle oder Festkörper mit Laserlicht bestrahlt. Über die Streuung des Lichts und die damit einhergehenden Frequenzunterschiede zum eingestrahlten Licht lassen sich Rückschlüsse auf die untersuchte Substanz ziehen. Während das Verfahren bereits für die Infektionsdiagnostik und auch für die Qualitätskontrolle von chemischen Arzneimitteln genutzt wird, untersuchten PEI-Forscher um Prof. Dr. Isabelle Bekeredjian-Ding in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem dortigen Leibniz-Institut für Photonische Technologien jetzt erstmals, ob sich die Raman-Spektroskopie auch für die Identifikation und Unterscheidung von Impfstoffen nutzen lässt.

Hauptergebnisse

Die Forscher untersuchten mit Hilfe der Raman-Spektroskopie die Impfstoff-Antigene von Tetanus, Diphtherie und Pertussis (DtaP-Impfstoffe) aus luftgetrockneten Proben von Kombinationsvakzinen. Aus den Ergebnissen erstellten sie so genannte Raman-Maps, um daraus - ähnlich einem Fingerabdruck - die spezifischen Raman-Signaturen zu analysieren. Nur ein µl der Probe reiche aus, um eine solche Signatur zu erstellen, mit der die Impfstoffe sowohl identifiziert als auch unterschieden werden können, so die Wissenschaftler.

Klinische Bedeutung

Die Untersuchungen bestätigen, dass sich mit der Raman-Spektroskopie als einziger Analysemethode herstellerspezifische Impfstoffzubereitungen analysieren und klassifizieren lassen. Die Ergebnisse böten somit eine gute Ausgangsbasis für die Entwicklung eines einfachen und zuverlässigen Testsystems für die Impfstoff-Identifikation und Qualitätsprüfung, lautet das Fazit der Wissenschaftler.