Psychotherapeuten fordern intensivere ambulante Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher

  • Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK).

  • von Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaften

Psychisch schwer erkrankte Kinder und Jugendliche in Deutschland brauchen eine intensivere ambulante Versorgung als bislang möglich, heißt es in einer aktuellen Mitteilung der Bundespsychotherapeutenkammer (BptK).

Mindestens 100.000 Kinder und Jugendliche brauchen laut BptK nicht nur eine psychotherapeutische und pharmakologische Behandlung, sondern auch speziellere Hilfen und Unterstützung im Alltag. Auch für ihre Eltern seien Beratung in Krisen und Unterstützung bei der Kooperation mit Behörden und Schulen sowie psychoedukative Trainings notwendig.

Kinder benötigen andere Hilfen und Leistungen als Erwachsene

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) fordert deshalb, im Gesundheitsversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (GVWG) klarzustellen, dass der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine spezielle Komplexversorgung für psychisch kranke Kinder regeln muss.

„Kinder benötigen spezifische Hilfen und Leistungen, die sich von denen für Erwachsene unterscheiden. Ohne spezielle altersgerechte Hilfen und Leistungen werden aus psychisch kranken Kindern häufig psychisch kranke Erwachsene, die ihr Leben lang beeinträchtigt sind“, erklärt BPtK-Präsident Dietrich Munz.

Der Gesetzgeber hat 2019 beschlossen, ein intensiv-ambulantes, multiprofessionelles Versorgungsangebot zu schaffen, unter anderem um Krankenhausaufenthalte zu vermeiden und zu verkürzen. Der G-BA arbeitet deshalb aktuell an einer entsprechenden Richtlinie, bisher allerdings nur für Erwachsene, schreibt die BPtK.

„Eine ambulante Komplexversorgung ist auch für Kinder und Jugendliche dringend erforderlich“, so Munz. Dazu müsse gesetzlich verankert werden, dass diese Kinder und Jugendlichen neben der psychotherapeutischen oder psychiatrischen Behandlung zum Beispiel auch heilpädagogische und sozialarbeiterische Leistungen bekommen können.