Psoriasis-Arthritis: Bimekizumab wirkt hoch effektiv Gelenk- und Hautsymptomen entgegen

  • Nicola Siegmund-Schultze
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Der IL-17A/F-Antagonist Bimekizumab vermindert bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis-Arthritis sowohl die muskuloskelettalen Symptome, als auch die Hautmanifestationen deutlich und klinisch relevant im Vergleich zu Placebo. Dies gilt sowohl für Patienten, die noch keine biologischen DMARDs erhalten hatten, als auch bei Patienten mit unzureichender Response auf ein oder zwei TNFα-Inhibitoren. Die entsprechenden Ergebnisse der Phase-3-Studien BE OPTIMAL und BE COMPLETE sind vollpubliziert worden (1, 2). Es haben sich auch deutsche Zentren beteiligt.

Hintergrund

Bei der Psoriasis-Arthritis kommen zu den Hautmanifestationen noch chronisch-entzündliche Symptome und Veränderungen an Gelenken und im Ansatzbereich von Sehnen und Bändern hinzu (Enthesitis). Circa ein Drittel der Patienten mit Psoriasis ist von Psoriasis-Arthritis betroffen. „Klassiker“ biologischer DMARDs sind TNFα-Inhibitoren. Zu den neueren Entwicklungen gehören Interleukin (IL)-Inhibitoren wie der monoklonale humanisierte IgG1-Antikörper Bimekizumab. Er bindet an IL-17A und IL17F, isomere Formen von IL-17.

In der Phase-3-Studie BE OPTIMAL wurden Effektivität und Sicherheit der ein Mal monatlichen Injektion von Bimekizumab bei Patienten ohne Vortherapie mit einem Biologikum im Vergleich zu Placebo untersucht, Adalimumab war die Referenztherapie (1). An der BE COMPLETE-Studie hatten Psoriasis-Arthritis-Patienten mit Unverträglichkeit oder unzureichendem Ansprechen auf ein oder zwei TNFα-Hemmer teilgenommen (2). Auch hier ging es um Effektivität und Sicherheit.

Design

BE OPTIMAL

  • prospektiv-randomisierte doppelblinde und placebokontrollierte Phase-3-Studie, an der 852 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis-Arthritis ohne Vorbehandlung mit Biologika teilnahmen
  • Randomisierung: im Verhältnis 3 : 2 : 1 in eine Gruppe mit Bimekizumab 160 mg s.c. alle 4 Wochen oder den Placeboarm oder die Referenzgruppe mit Adalimumab 40 mg s.c. alle 2 Wochen

BE COMPLETE:

  • ebenfalls eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie, allerdings mit 400 schwer bis mittelschwer erkrankten Probanden, die auf ein oder zwei TNFα-Hemmer ungenügend ausgesprochen oder diese nicht vertragen hatten
  • Randomisierung: 2 : 1 in eine Gruppe mit Bimekizumab 160 mg s.c. alle 4 Wochen (n=267) oder zu Placebo (n=133).

Hauptergebnisse

  • Primärer Endpunkt der BE OPTIMAL-Studie war eine Verbesserung der American College of Rheumatology Kriterien um mindestens 50 % (ACR50). Diesen Endpunkt erreichten in der 16. Woche 44 % in der Bimekizumab-Gruppe und 10 % unter Placebo (Odds Ratio für Endpunkt Verum vs. Placebo: 7,1; p < 0,0001).
  • Auch 46 % in der Adalimumab-Gruppe erreichten dieses Kriterium.
  • Auch wurden alle sekundären Endpunkte unter Bimekizumab erzielt wie eine Verminderung der strukturellen Progression der Erkrankung.
  • Außerdem lag der Anteil der Patienten mit symptomfreier Haut (PASI100) unter Bimekizumab um 26 Prozentpunkte über dem der Referenzgruppe mit Adalimumab-Therapie (47 % vs. 21 %).
  • Die BE COMPLETE-Studie hatte ebenfalls eine ACR50 in Woche 16 zum primären Endpunkt.
  • Dieses Kriterium erreichten 43 % unter Bimekizumab und 7 % in der Placebogruppe (Odds Ratio: 11,1; p < 0,0001).
  • Schwere unerwünschte Effekte waren mit 2 % unter Bimekizumab sehr selten und diese waren nicht tödlich. Häufiger als unter Placebo traten Pilzinfektionen auf, meist waren Candida-Infekte und diese am häufigsten im Mund.

Klinische Bedeutung

Bimekizumab erzielte im Vergleich zu Placebo deutliche und klinisch relevante Verbesserungen sowohl bei Gelenk-, als auch bei Hautsymptomen. Bei Patienten, die noch keine Biologika erhalten hatten, waren die Verbesserungen an den Gelenken im Vergleich zu Placebo unter Bimekizumab und Adelimumab etwa vergleichbar stark, die Hautläsionen aber verringerten sich durch den IL-17A/F-Inhibitor deutlich mehr und häufiger als bei Therapie mit dem TNFα-Hemmer. Dies könne ein Vorteil der Bimekizumab-Anwendung sein, heißt es im Kommentar (3).

Finanzierung: UCB Pharma