Protonenpumpenhemmer: Erhöhtes Frakturrisiko bei pädiatrischen Patienten

  • Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Laut einer amerikanischen Studie können Protonenpumpenhemmer (PPH) bei pädiatrischen Patienten zu einem erhöhten Frakturrisiko der unteren Extremitäten, Rippen und Wirbelsäule führen. Dies scheint ein genereller Effekt zu sein, der nicht auf einzelne PPH-Medikamente zurückzuführen ist.

Hintergrund

PPH sind Wirkstoffe, die die Säureausschüttung aus den Drüsenzellen im Magen um bis zu 90 % hemmen und so Schleimhautschäden, die durch die Magensäure hervorgerufen wurden, reduzieren können. Bei kurzzeitigem Gebrauch werden PPH in der Regel sehr gut vertragen. Bei Langzeitanwendung gibt es jedoch seit längerer Zeit Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für proximale Femurfrakturen bei Erwachsenen. In einer klinischen Studie des Children’s Mercy Hospital, USA, wurde nun das Frakturrisiko bei pädiatrischen Patienten unter PPH-Therapie untersucht.

Wie bei Erwachsenen können PPHs das Frakturrisiko bei Kindern erhöhen

Die retrospektive Studie umfasste Daten zu Kindern im Durchschnittsalter von vier Jahren, die von 2011 bis 2015 in 51 US-amerikanischen Kinderkrankenhäusern betreut wurden. Insgesamt 32.001 Kinder (mit PPH-Therapie) und 32.001 Kinder (ohne PPH-Therapie) wurden in die Studie aufgenommen und jeweils über einen Zeitraum von 2 Jahre nachbetreut. Chronisch kranke pädiatrische Patienten oder solche mit generell prädisponiertem Frakturrisiko wurden von der Studie ausgeschlossen.

Die Analyse der Forschenden zeigte eine signifikant höhere Frakturrate bei Kindern, die eine PPH-Therapie bekamen: 1,4 %, verglichen mit 1,2 % bei Kindern ohne PPH-Therapie (p = 0,019). Nach Bereinigung von Störfaktoren wie Geschlecht, Rasse, Versicherungsstatus sowie Art und Intensität der Pflege ergab sich ein um 20 % höheres Frakturrisiko für pädiatrische Patienten unter PPH-Therapie (angepasste Odds Ration (95 % Konfidenzintervall) von 1,2 (1,0 - 1,4); p = 0,017).

Sowohl ohne als auch mit PPH-Therapie waren die obere Extremität (Arm und Hand) die häufigsten Frakturstellen bei den pädiatrischen Patienten. Bei Patienten, die PPH ausgesetzt waren, traten jedoch signifikant häufiger Frakturen der unteren Extremität (Bein und Fuß), der Rippen oder der Wirbelsäule auf (p = 0,01).

In beiden Gruppen waren Frakturen am häufigsten in den Altersgruppen von 1 bis 3 Jahren und 9 bis 13 Jahren detektierbar.

Die Forschenden gehen davon aus, dass ihre Daten auf einen generellen PPH-Effekt deuten, da das Frakturrisiko bei allen PPH-Patienten erhöht war und nicht auf ein bestimmtes PPH-Medikament oder eine Kombination von Medikamenten zurückzuführen war.

"Unsere Studie unterstreicht die Notwendigkeit, die Verwendung von PPH auf Personen zu beschränken, die eindeutig – unter der geringstmöglichen Therapiedauer – davon profitieren", kommentiert Studienkoautor Thomas Attard, MD. "Darüber hinaus müssen Kinder, die diese Medikamente langfristig einnehmen, kontinuierlich weiterverfolgt werden."

Finanzierung: keine externe Finanzierung.