Prostatakrebs: ultrahypofraktionierte Radiotherapie ist konventioneller Therapie nicht unterlegen

  • Widmark A & al.
  • Lancet
  • 18.06.2019

  • von Deepa Koli
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Eine Ultrahypofraktionierung ist laut Messung des 5-jährigen versagensfreien Überlebens (FFS) bei Patienten mit Prostatakarzinom mit intermediärem bis hohem Risiko gegenüber einer konventionellen Fraktionierung nicht unterlegen und geht mit akzeptablen Toxizitäten einher.

Warum das wichtig ist

  • Hier handelt es sich um die erste randomisierte Studie zum Vergleich einer Ultrahypofraktionierung mit konventioneller Fraktionierung in diesem Setting und deutet darauf hin, dass mit einer Hypofraktionierung die Behandlungskosten gesenkt und die Behandlungszeit reduziert werden können.

Studiendesign

  • In der skandinavischen offenen Nichtunterlegenheitsstudie der Phase 3, HYPO-RT-PC (Randomisierte, offene, multizentrische Phase-III-Studie zu hypofraktionierter Radiotherapie bei lokalisiertem Prostatakarzinom mit intermediärem Risiko), wurden 1.200 Patienten mit Prostatakarzinom nach dem Zufallsprinzip einer Ultrahypofraktionierung oder konventionell fraktionierten Strahlentherapie (n = 602) zugewiesen.
  • Primärer Endpunkt: FFS (PSA-Rezidiv, klinisches Versagen oder beides).
  • Finanzierung: The Nordic Cancer Union; the Swedish Cancer Society.

Wesentliche Ergebnisse

  • Mediane Verlaufskontrolle: 5,0 Jahre.
  • Nach 5 Jahren war die Ultrahypofraktionierung der konventionellen Fraktionierung hinsichtlich des FFS nicht unterlegen (84 % vs. 84 %; adjustierte Hazardrate [aHR]: 1,002; p laut Log-Rank-Test = 0,99; HR-Grenze für Nichtunterlegenheit: 1,338).
  • Die Rate des 5-jährigen Gesamtüberlebens (OS) unterschied sich zwischen den beiden Gruppen nichtsignifikant (aHR: 1,11; 95 %-KI: 0,73–1,69).
  • Späte Toxizitäten der Harnwege oder im Darm von Grad ≥ 2 waren in allen Punkten nach der Strahlentherapie zwischen der Ultrahypofraktionierung und der herkömmlichen Fraktionierung ähnlich, mit Ausnahme der Harntoxizität von 1 Jahr (6 % vs. 2 %; p = 0,0037).
  • Nach 5 Jahren wurde kein Unterschied beobachtet in:
    • der vom Arzt berichteten Harnwegstoxizität (p = 1,00), Darmtoxizität (p = 0,14) und erektilen Funktion (p = 0,34) von Grad ≥ 2.
    • der von Patienten berichteten Harn-, Darm- und Erektionsfunktion.

Einschränkungen

  • Studie mit offenem Design.