Prostatakarzinom: hypofraktionierte Bestrahlung und patientenberichtete QoL

  • Nossiter J & al.
  • J Clin Oncol
  • 02.01.2020

  • von Deepa Koli
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • In einem Real-World-Setting bei Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom ergab die hypofraktionierte Bestrahlung (HRT) signifikant bessere Werte für die sexuelle und hormonelle Funktion als die konventionelle Bestrahlung (CRT), die Unterschiede gelten jedoch nicht als klinisch bedeutsam.

Warum das wichtig ist

  • Aktuelle Leitlinien empfehlen die routinemäßige Anwendung von HRT mit einem moderat hypofraktionierten Regime bei allen Risikogruppen, unabhängig von Alter, Komorbidität, Anatomie oder Harnfunktion zu Studienbeginn.

Studiendesign

  • Antwortdaten aus Fragebögen von 13.131 Männern mit Prostatakarzinom nach Strahlentherapie, die einen Fragebogen beantwortet hatten, der die Kurzform des Expanded Prostate Cancer Index Composite (EPIC-26) und den EuroQoL EQ-5D-5L beinhaltete.
  • Der minimale klinisch wichtige Unterschied zwischen den Behandlungen betrug nach Domäne:
    • Urininkontinenz: 6 Punkte.
    • Harnwegsirritation/-obstruktion: 5 Punkte.
    • Sexuelle Funktion: 10-12 Punkte.
    • Darmfunktion: 4 Punkte.
    • Hormonelle Störung: 4 Punkte.
  • Finanzierung: keine offengelegt.

Wesentliche Ergebnisse

  • 64,2% der Patienten erhielten eine CRT, 35,8% eine HRT.
  • Verglichen mit der CRT war die HRT mit signifikant höheren angepassten mittleren Unterschieden verbunden bei:
    • Dem EPIC-26-Score für sexuelle Funktion: 3,3 Punkte (p
    • Dem Score für hormonelle Funktion: 3,2 Punkte (p
  • Zwischen den Gruppen wurden keine statistisch signifikanten Unterschiede der Scores beobachtet beim EQ-5D-5L (p=0,87), der Darmfunktion (p=0,09), der Harninkontinenz (p=0,26) oder der Irritation/Obstruktion (p=0,098).

Einschränkungen

  • Fragebogen-basierte Studie.
  • Die patientenberichteten Ergebnisse unmittelbar vor der Behandlung waren unbekannt.