Prostatakarzinom: 84% der Patienten erhalten späte Hormontherapie

  • Crawford ED & al.
  • J Urol
  • 01.04.2020

  • von Deepa Koli
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Luteinisierende Hormon-Releasing-Hormon-Agonisten wurden in dieser großen Kohortenstudie bei 84% der Patienten mit Prostatakrebs später als nach dem empfohlenen 28-Tage-Schema verabreicht.
  • 43% der Patienten, die eine späte Dosierung für den verlängerten Monat erhielten, hatten Testosteronspiegel >20 ng/dl.
  • Die durchschnittlichen Testosteronspiegel waren höher bei später Dosierung.

Warum das wichtig ist

  • Eine erhöhte Dosisadhärenz würde die Testosteronsuppression und das klinische Outcome verbessern.

Studiendesign

  • 22.860 Patienten mit Prostatakarzinom wurden mit luteinisierenden Hormon-Releasing-Hormon-Agonisten behandelt.
  • Für die Dosierung wurden 2 Definitionen für einen „Monat“ angenommen: 28-Tage-Monat und verlängerter Monat.
  • Finanzierung: Tolmar Pharmaceuticals, Inc.

Wesentliche Ergebnisse

  • Für einen 28-Tage-Monat waren 84% der nachfolgenden Injektionen spät.
    • > 1 Woche Verzug: 60%.
    • > 2 Wochen Verzug: 29%.
  • Für einen verlängerten Monat waren 27% der Injektionen spät.
    • > 1 Woche Verzug: 13%
    • > 2 Wochen Verzug: 9%.
  • Späte vs. frühe/einmalige Injektionen waren verbunden mit einer höheren Rate von
    • Testosteronspiegeln > 50 ng/dl:
      • 28-Tage-Monat: 15% vs. 4%.
      • Verlängerter Monat: 27% vs. 4%.
    • Testosteronspiegeln > 20 ng/dl:
      • 28-Tage-Monat: 31% vs. 22%.
      • Verlängerter Monat: 43% vs. 21%.
  • Das durchschnittliche Testosteron war höher bei später (28-Tage-Monat 49 ng/dl; verlängerter Monat 79 ng/dl) vs. frühe/einmalige Dosierung (beide 21 ng/dl).

Einschränkungen

  • Retrospektiv.