Progredientes Osteosarkom und Ewing-Sarkom: Partielle Ansprechraten von 12 – 25 % mit Cabozantinib

  • Lancet Oncology

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Frühe Daten aus einer nicht Placebo-kontrollierten französischen Studie deuten darauf hin, dass die Inhibition des MET-Signalweges und einer aberranten Angiogenese durch Cabozantinib die Krankheitsprogression bei einem (kleinen) Teil von Patienten mit progredienten Ewing-Sarkomen und Osteosarkomen verzögern kann.

Hintergrund

Gegen Weichteiltumoren wie das Ewing-Sarkom und Osteosarkom ist „in der heutigen Situation noch kein Medikament wirklich erfolgreich gewesen“, urteilt ein populäres Lehrbuch (1). Die Autoren der aktuellen Studie sprechen von einem medianen Gesamtüberleben ab Diagnose von weniger als 12 Monaten (2). In präklinischen Modellen habe die Inhibition des MET-Signalweges und einer aberranten Angiogenese jedoch vielversprechende Resultate gezeitigt. Sie berichten hier über die Aktivität von Cabozantinib, einem Wirkstoff, der beide Prozesse zu hemmen vermag.

Design

  • Multizentrische, einarmige Studie der Phase 2 in 2 Phasen mit 90 Teilnehmern (jeweils 45 Patienten mit Ewing-Sarkom und mit Osteosarkom), die an 10 Zentren der Französischen Sarkoma-Gruppe rekrutiert wurden.
  • Einschlusskriterien waren ein Mindestalter von 12 Jahren, ein ECOG-Performance-Status von 0 -1 und eine dokumentierte Krankheitsprogression vor Eintritt in die Studie. Erwachsene Patienten erhielten 60 mg/m2, Kinder unter 16 Jahren 40 mg/m2 einmal täglich in Zyklen von 28 Tagen bis zur Krankheitsprogression, inakzeptabler Toxizität oder einer Abbruchentscheidung des Arztes oder Patienten.
  • Die mediane Beobachtungszeit betrug 31 Monate.

Ergebnisse

  • Beim primären Endpunkt zeigten 26 % der auswertbaren Patienten mit Ewing-Sarkom (10 von 39) ein objektives partielles Ansprechen innerhalb von 6 Monaten.
  • Unter Patienten mit Osteosarkomen hatten 12 % (5 von 42) objektiv partiell auf die Behandlung angesprochen, und 33 % waren über 6 Monate hinweg nicht progredient gewesen.
  • Die häufigsten Nebenwirkungen der Schweregrade 3 oder 4 waren eine Hypophosphatämie (11 % bei Patienten mit Ewing-Sarkom, 7 % Osteosarkom), Anstieg der Aspartat-Aminotransferase (4 / 7 %), Hand-Fuß-Syndrom (7 / 4%), Pneumothorax (2 / 9 %) und Neutropenie (4 / 9%). Bei 68 % der Patienten wurde mindestens eine schwere Nebenwirkung beobachtet, es gab jedoch keine Todesfälle im Zusammenhang mit der Studienarznei.

Bedeutung

Nach mehreren Fehlschlägen mit zielgerichteten Therapien („targeted therapies“) wurde in der ersten klinischen Studie mit Cabozatinib bei dieser Patientenpopulation ein Achtungserfolg erzielt. Um zu beurteilen, ob die bereits in anderen onkologischen Indikationen zugelassene Substanz tatsächlich eine neue therapeutische Option für Patienten mit Ewing-Sarkomen und Osteosarkomen darstellt, sind Placebo-kontrollierte, randomisierte Studien erforderlich.

Finanzierung: Institut Bergonié, Französisches Nationales Krebsinstitut, Association pour la Recherche contre le Cancer.