Progredienter metastasierter Brustkrebs: fast zehn Monate längeres Überleben mit Abemaciclib


  • Dr. Nicola Siegmund-Schultze
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaften

Frauen mit Hormonrezeptor-positivem (HR+), ERBB2-negativem (ERBB2-) Mammakarzinom, das unter einer Hormonbehandlung gewachsen ist, leben durch Hinzufügen des CDK4/6-Inhibitors Abemaciclib zum Antiöstrogen Fulvestrant median fast 10 Monate länger als bei einer Behandlung mit Fulvestrant alleine (46,7 Monate vs. 37,3 Monate). Die Zeit bis zur Anwendung von Zytostatika gegen die metastasierte Erkrankung verlängert sich bei der Kombinationsbehandlung um median mehr als 3 Jahre im Vergleich zu Fulvestrant (50,2 Monate vs. 22,1 Monate).

Hintergrund
Die Kombination von CDK4/6-Inhibitoren mit Aromatasehemmern oder Antiöstrogenen hemmt die Resistenzentwicklung gegen die Hormontherapie bei Frauen mit HR+ Mammakarzinomen. Die Kombination hat das Ziel, ein weiteres Tumorwachstum, das Chemotherapien erforderlich macht, zu verhindern oder die Zytostatikaanwendung mindestens hinauszuzögern. Eine frühere Analyse der MONARCH-2-Studie hatte bereits ergeben, dass das Hinzufügen von Abemaciclib zu Fulvestrant bei Frauen mit fortgeschrittenen HR+/ERBB2- Mammakarzinomen das Risiko für das Erreichen des primären Endpunkts reduziert, nämlich einen Progress (-45 %; [1]). Nun sind die Ergebnisse zum Gesamtüberleben publiziert worden, dem sekundären Endpunkt (2).

Design

  • prospektiv randomisierte, doppelblinde Phase-3-Studie
  • Einschlusskriterien: Frauen mit einem Progress eines HR+/ERBB2- fortgeschrittenen Mammakarzinoms unter neoadjuvanter oder adjuvanter Hormontherapie (ET) oder Erstlinien-ET
  • Ausschlusskriterien: Mehr als eine endokrine Vorbehandlung der fortgeschrittenen Erkrankung oder Chemotherapie in einem fortgeschrittenen Stadium
  • Randomisierung: 2 : 1 in einen Studienarm mit
    • Abemaciclib (150 mg) oral alle 12 Stunden plus Fulvestrant (500 mg), i.m. injiziert an Tag 1 und 15 des 1. Therapiezyklus und anschließend monatlich bis zum Progress oder
    • Placebo 2 mal täglich plus Fulvestrant wie im Verumarm bis zum Progress.

Hauptergebnisse

446 Frauen wurden in den Verumarm randomisiert und 223 in die Placebogruppe. Eine Interimanalyse nach Eintreten von 338 tödlichen Ereignissen (77 % der erwarteten Todesfälle) ergab ein medianes Gesamtüberleben von 46,7 Monaten im Verumarm und von 37,3 Monaten unter Placebo (Hazard Ratio [HR] für Tod: 0,757; p = 0,0137). Das mediane Follow-up betrug 47,7 Monate. Es gab in allen Subgruppen, stratifiziert nach Lokalisiation von Metastasen und primärer oder sekundärer ET-Resistenz, Unterschiede zugunsten des CDK4/6-Inhibitors, am deutlichsten aber bei Frauen mit viszeraler Erkrankung (HR für Tod: 0,675) und bei Patientinnen mit primärer Hormontherapieresistenz (HR: 0,686). Die Zeit bis zu einer erforderlichen Chemotherapie betrug median 50,2 Monate unter Abemaciclib plus Fulvestrant und median 22,1 Monate unter Fulvestrant alleine (HR: 0,625; p

Klinische Bedeutung

„Die Ergebnisse sind eine sehr gute Nachricht für unsere Patientinnen“, kommentiert Prof. Dr. Nadia Harbeck, Leiterin des Brustzentrums an der LMU München, die Daten der MONARCH-2-Studie (3). Die Daten wurden zeitgleich mit der Vorstellung beim ESMO-Kongress in Barcelona auch vollpubliziert (2). In der Zweitlinie sei eine Phase von median mehr als 4 Jahren bis zur Chemotherapie für das metastasierte Mammakarzinom ein sehr gutes Ergebnis. „Es sollte uns darin bestärken, CDK4/6-Inhibitoren bei dieser Gruppe von Patientinnen möglichst früh anzuwenden.“

Finanzierung: Eli Lilly Company