Primäres ZNS-Lymphom: Phase-2-Studie belegt günstige Kontrolle der Erkrankung durch Ibrutinib

  • Soussain C & al.
  • Eur J Cancer
  • 03.07.2019

  • von David Reilly
  • Studien – kurz & knapp
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Kernaussage

Eine Monotherapie mit Ibrutinib zeigt eine signifikante klinische Wirksamkeit bei Patienten mit wiederkehrendem/hartnäckigem (relapsed/refractrory, R/R) primärem Lymphom des zentralen Nervensystems (primäres ZNS-Lymphom, PZNSL) sowie bei Patienten mit primärem vitreoretinalem Lymphom (PVRL).


Hintergrund

PZNSL sind diffus großzellige B-Zell-Non-Hodgin-Lymphome mit Manifestation im ZNS, in den Leptomeningen und in den Augen. Sie bedürfen einer intensiven Therapie, die alle ZNS-Kompartimente erreichen muss. Die vorliegende Studie prüft die Wirksamkeit und Toxizität von Ibrutinib bei PZNSL-Patienten.

Studiendesign

  • Klinische Studie der Phase 2 überprüft die Wirkung einer Ibrutinib-Monotherapie bei 44 Patienten mit R/R PZNSL oder PVRL.

  • Medianes Alter der Probanden: 70 Jahre (52 bis 81 Jahre)

Hauptergebnisse

  • Bei den evaluierbaren Patienten (n=44) war die Erkrankung zu 70% kontrollierbar, in der Intention-to-Treat-Population (ITT) zu 62%

  • Die ITT-Population zeigte nach 2 Behandlungszyklen mit jeweils 28 Tagen ein Gesamtansprechen von 52%:

    • 19% vollständiges Ansprechen; 33% partielles Ansprechen. 10% Stabilisierung der Erkrankung.

  • Das klinische Ansprechen war unabhängig von BCR-assoziierten Genmutationen.

  • Ibrutinib war nachweislich aktiv im Gehirn, im intraokularen Kompartiment und in der Zerebrospinalflüssigkeit.

  • Das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 4.8 Monaten (95% CI, 2.8-12.7).

  • Das mediane Gesamtüberleben lag bei 19.2 Monaten (95% CI, 7.2-not reached) median OS.

  • Kein Fall einer tödlichen Haemorrhagie.

  • 4% der Patienten erlitten eine pulmonale Aspergillose.

Klinische Bedeutung

Für eine wirksame Behandlung von PZNSL bedarf es eines Therapeutikums, das das Hirnparenchym, die Zerebrospinalflüssigkeit und die intraokularen Kompartimente erreicht. Die vorliegende Studie zeigt, dass Ibrutinib dieses Kriterium erfüllt und dabei als Monotherapie wirksam ist. Künftige Studien sollen prüfen, ob Ibrutinib zusätzlich zu einer Methotrexat-basierten Induktionschemotherapie in Frage kommt.

    Limitati erung

    Kleine Probandengruppe

    Finanzierung

    Janssen und the LYSARC (The Lymphoma Academic Research Organization).