Preissenkung für PCR-Tests stößt auf Widerstand

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Berlin (pag) – Punktsieg für den GKV-Spitzenverband (GKV-SV): Gegen die Stimmen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat der Erweiterte Bewertungsausschuss eine Absenkung der Kosten für PCR-Tests auf Corona beschlossen. Labormediziner sind empört und fordern, dass der Beschluss „korrigiert“ wird.

 

Ende Mai waren die Verhandlungen im Bewertungsausschuss noch ohne Ergebnis zu Ende gegangen, nun hat der Erweiterte Bewertungsausschuss mit den Stimmen des GKV-SV und seiner unparteiischen Mitglieder eine Entscheidung getroffen: Statt 59 Euro weist der Einheitliche Bewertungsmaßstab ab 1. Juli nur noch 39,40 Euro für die PCR-Tests auf Corona aus. Die im Ausschuss überstimmte KBV sieht in der Entscheidung einen Rückschlag für die Teststrategie der Bundesregierung. „Ich bin mir nicht sicher, ob die Labore die hohen Testkapazitäten unter den verschlechterten Rahmenbedingungen noch vorhalten können“, sagt der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister.

Als „willkürlich und sachfremd“ kritisiert der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) den Beschluss. In einer Mitteilung heißt es: „Die Mitglieder erwarten, dass der Beschluss kurzfristig korrigiert wird.“ In den vergangenen Monaten hätten die Labore durch erhebliche Investitionen große Risiken auf sich genommen, betont Vorstandsmitglied Evangelos Kotsopoulos. Dafür werden sie nun „abgestraft“. Auch Kotsopoulos sieht die hohen Testkapazitäten nun in Gefahr. Mit dem Beschluss werde „bewusst ein inakzeptables Versorgungsrisiko in Kauf genommen“.

Einen gegenteiligen Effekt erwartet hingegen Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstandsmitglied im GKV-Spitzenverband: Die Absenkung des Preises „unterstützt das Anliegen der Politik, die Strategie der Massentestungen gezielt auszubauen“. Zur Begründung für die Preissenkung heißt es vonseiten des GKV-SV, bei den Tests handle es sich um „Massenproduktion, die zu einem großen Teil automatisiert abläuft“. Demnach sei durch den Beschluss künftig mit Einsparungen von knapp 20 Millionen Euro pro Woche zu rechnen.