Praxishinweis für die COVID-19-Pandemie: Bei Verschreibung von Antibiotika gegen Atemwegsinfektionen ist Vorsicht angebracht

  • Leis JA & al.
  • BMJ
  • 13.11.2020

  • von Liz Scherer
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Im Rahmen der von Ärzten geleiteten und in 20 Ländern durchgeführten Kampagne „Choosing Wisely“ wird von der Verschreibung von Antibiotika gegen Infektionen der oberen Atemwege (RTI) bei Patienten, die mit Anzeichen/Symptomen einer leichten, selbst begrenzenden COVID-19-Erkrankung vorstellig werden, abgeraten.

Warum das wichtig ist

  • Virtuelle Untersuchungen bieten während der COVID-19-Pandemie lediglich begrenzte diagnostische Möglichkeiten und führen zu einer übermäßigen Verschreibung von Antibiotika gegen RTI.
  • Empfohlen wird eine wohlüberlegte Verschreibung, und auf virtuelle Konsultationen sollte eine persönliche Untersuchung auf vermutete bakterielle RTI folgen.
  • Es sollte eine klare Diagnostik stattfinden, auf die Bedenken der Patienten sollte eingegangen werden, es sollte ein Plan zur Symptombehandlung aufgestellt und sichergestellt werden, dass ein Sicherheitsnetz oder Notfallplan eingerichtet ist.

Wichtigste Punkte

  • Die meisten RTI sind selbst begrenzend.
  • Möglichst keine Antibiotika bei Verdacht auf virale RTI (COVID-19, Grippe, grippeähnliche Erkrankungen) verschreiben.
  • Einen Termin für eine persönliche Nachuntersuchung vereinbaren, sollte Folgendes auftreten:
    • Akute Otitis media: Symptome über > 48 Stunden, Fieber ≥ 39 °C.
    • Pharyngitis: sich verstärkende/persistierende Symptome über > 48 Stunden, hoher Verdacht auf bakterielle Pharyngitis.
    • Sinusitis: keine Besserung nach > 7 Tagen, Vorliegen von Warnsignalen (z. B. Kopfschmerzen, veränderter psychischer Status, ophthalmologische Symptome wie orbitale Schwellung oder Doppeltsehen, neurologische Defizite).
    • COPD: mit Kurzatmigkeit, die Alltagsaktivitäten verhindert.
    • Verdacht auf Pneumonie: persönlicher Arztbesuch erforderlich.
    • Erkältung: Dehydrierung, Warnzeichen.

Studiendesign

  • Praxishinweis auf Grundlage von randomisierten, kontrollierten Studien aus Medline und Cochrane, die Metaanalysen unterzogen wurden, um die besten Beweise zusammenzufassen, die einen standardisierten Ansatz für die Verschreibung von Antibiotika gegen RTI in der COVID-19-Ära unterstützen.
  • Finanzierung: Nicht offengelegt.

Einschränkungen

  • Auswahlverzerrung
  • Methoden in den Studien nicht einheitlich.