Praxen mit weniger Überschüssen

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Berlin (pag) – Dämpfer für die Arztpraxen: Ihre Jahresüberschüsse sind 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent zurückgegangen. Das geht aus dem ZiPP, dem Praxis-Panel des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung, hervor. 2015 und 2016 lagen die Überschüsse bei 3,1 und 5,5 Prozent.

 

Die Betriebskosten seien zwischen 2014 und 2017 um insgesamt 10,4 Prozent gestiegen, teilt das Zi mit. Besonders Personalkosten (+ 18,6 Prozent) sowie Aufwendungen für Material und Labor schlügen zu Buche (+ 8,7 Prozent). Der Kostenanstieg habe damit die Entwicklung der Verbraucherpreise, die im gleichen Zeitraum im Bundesdurchschnitt um 2,5 Prozent wuchsen, überschritten.

Der Anteil der Gesamteinnahmen durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) sei von 2014 auf 2017 von 75,1 auf 76,5 Prozent gestiegen. Die GKV-Einnahmen seien in diesem Zeitraum um durchschnittlich vier Prozent pro Jahr angewachsen. Die Einnahmen durch die private Krankenversicherung seien dagegen rückläufig – sie fielen von einem Anteil von 20 Prozent im Jahr 2014 auf 18,7 Prozent in 2017.

Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten haben laut ZiPP 2017 im Durchschnitt 48 Wochenstunden gearbeitet, Angestellte mit durchschnittlich 23 Stunden in der Regel weniger als Niedergelassene. Etwa 50 Prozent der Angestellten haben Arbeitsverträge im Umfang von über fünf bis zu 20 Wochenstunden.

Angesichts der Zahlen fordert Zi-Vorstandsvorsitzender Dr. Dominik von Stillfried ein Bekenntnis zur ambulanten Versorgung . „Es kann nicht sein, dass die Politik regelhaft zusätzliche Mittel in die Krankenhäuser lenkt, während die Praxen inflationsbereinigt ein Minus machen“, kritisiert er. „Altersbedingt werden in den nächsten Jahren viele Niedergelassene ihre Praxen aufgeben. Immer weniger junge Ärztinnen und Ärzte sind bereit, sich selbständig niederzulassen.“