Praxen haben Probleme mit TI-Konnektoren


  • Presseagentur Gesundheit (pag)
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Stuttgart/Berlin (pag) – Welche Probleme haben Praxen in ihrem Arbeitsalltag nach der Installation des TI-Konnektors? Dazu befragte der Dachverband MEDI GENO Deutschland seine Mitglieder. Fazit: 48 Prozent der Praxen berichten von Systemabstürzen und 64 Prozent von Verzögerungen des Praxisablaufs durch den Echtzeitdatenabgleich.

Hauptprobleme bei der Installation sind Systemabstürze und -ausfälle, nicht funktionierende Kartenlesegeräte, inkompatible Geräte, lange Installationsdauer und IT-Leistungsprobleme, Probleme beim Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte, instabile Konnektoren und eine schlechte Erreichbarkeit der Service-Hotline.

„Das sind alarmierende Ergebnisse. Diese Pannen und Verzögerungen belasten die Praxen erheblich“, sagt MEDI GENO Deutschland-Chef Dr. Werner Baumgärtner. „Das Hauptproblem bleibt aber, dass Praxen nach der Konnektorinstallation die elektronische Gesundheitskarte 1, die sich immer noch im Umlauf befindet, oft nicht mehr einlesen können und deshalb für jeden Patienten ein aufwendiges Ersatzverfahren durchführen müssen. Das frustriert alle Beteiligten.“ Baumgärtner spricht von einem „Skandal, dass die Praxen unter diesen Voraussetzungen unter gesetzlicher Strafandrohung gezwungen werden, den TI-Konnektor zu installieren.“ Er fordert, dass eine unabhängige Stelle die Konnektortechnik genau prüfen und herausfinden soll, warum es zu Abstürzen kommt. „Die Frage, wer für die finanziellen Schäden der Praxen haftet, allein schon angesichts der Tatsache, dass die eGK1 oft nicht eingelesen werden kann, muss ebenfalls geprüft werden“, betont Baumgärtner. 

Er appelliert in einem Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), den Zeitpunkt der Verpflichtung der Konnektoreinführung zumindest so lange zu verschieben, bis die eGK2 komplett von den Krankenkassen eingeführt ist und die „Kinderkrankheiten“ der Konnektoren behoben sind – sofern dies überhaupt möglich sei.

1.259 Praxen haben an der bundesweiten Befragung teilgenommen. Von ihnen gaben 860 an, mit dem Konnektor zu arbeiten. 399 Praxen antworteten, dass sie noch keinen Konnektor haben oder noch keinen installieren könnten.