Prävention von Herz- und Tumor-Krankheiten: Vitamin D erfolglos


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Vitamin D3 in einer Dosierung von 2000 IU täglich hat weder die Inzidenz von Herzgefäß-Erkrankungen noch von invasiven Tumoren gesenkt.

Hintergrund

Viele epidemiologische Studien haben Zusammenhänge zwischen Vitamin-D-Mangel und Herzgefäß- und Tumor-Krankheiten gezeigt. Unklar ist, ob ein Ausgleich des Vitamin-D-Mangels oder eine sehr hoch-dosierte Vitamin-D-Supplementierung vor diesen Krankheiten schützen.

Design

Placebo-kontrollierte Primärpräventions-Studie in den USA mit 25.871 Personen, wobei die Männer mindestens 50 Jahre alt waren, die Frauen wenigstens 55 Jahre. Geprüft wurden jeweils gegen Placebo täglich 2000 IU Vitamin D3 und 1 Gramm Omega-3-Fettsäuren. Primäre Endpunkte waren invasive Tumoren und schwere kardiovaskuläre Ereignisse (Herzinfarkt, Schlaganfall, kardiovaskulär bedingter Tod). Zu den sekundären Endpunkten zählten spezifische Tumoren (Brust-, Prostata- und kolorektales Karzinom) sowie kardiovaskuläre Ereignisse. Die Ergebnisse zum Vitamin D und zu Omega-3-Fettsäuren sind getrennt publiziert worden. 

Hauptergebnisse

Die mittlere Beobachtungsdauer betrug 5,3 Jahre. In dieser Zeit wurde bei 1617 Teilnehmern - 793 in der Vitamin-D-Gruppe und 824 in der Placebo-Gruppe - ein invasiver Tumor diagnostiziert. Die Risiko-Berechnungen ergaben keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen (Hazard Ratio: 0,96; 95% CI: 0,88 bis 1,06; p = 0,47)

Auch beim primären kardiovaskulären Endpunkt ergaben die Berechnungen keinen signifikanten Unterschied zwischen den Personen mit Vitamin D3 und den Personen der Kontroll-Gruppe. Ein schwerwiegendes kardiovaskuläres Ereignis trat bei insgesamt 805 Personen auf (396 in der Verum-Gruppe, 409 in der Placebo-Gruppe). Die Berechnungen ergaben ein Risiko-Verhältnis von 0,97 (Hazard Ratio: 0,97; 95% CI: 0,85 - 1,12; p  = 0,69). 

Bei den sekundären Endpunkten ergaben die  Berechnungen ebenfalls keine statistisch signifikanten Unterschiede. Etwas auffallend war das Ergebnis zur krebsbedingten Gesamtmortalität: Das Risiko-Verhältnis betrug hier 0,83 (HR: 0,83, 95% CI: 0,67 - 1,02). 

Eine Abhängigkeit der Ergebnisse von den Basis-Vitamin-D-Spiegeln wurde nicht festgestellt. 

Klinische Bedeutung

Die Ergebnisse der Studie sind nach Ansicht der Autoren aufgrund der Dauer, der relativ hohen Dosierung von Vitamin D3 und auch guten Therapieadhärenz recht aussagekräftig. Sie sprechen nicht für einen Nutzen der gewählten Vitamin-D-Dosierung für die Primärprävention von kardiovaskulären Erkrankungen und invasiven Tumoren. Dabei ist allerdings zu beachten, dass nur eine Vitamin-D-Dosierung getestet wurde. Andere Dosierungen werden den Autoren zufolge derzeit geprüft. Darüber hinaus werden die Patienten der VITAL-Studie noch zwei weitere Jahre beobachtet, etwa um mögliche späte Effekte zu erkennen.

Finanzierung: National Institutes of Health