Prädiabetes könnte kardiovaskuläres und renales Risiko erhöhen


  • The Lancet Diabetology
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Hintergrund

Die Nützlichkeit von Prädiabetes als diagnostisches Kennzeichen ist umstritten. Unter Heranziehung von Daten der US-amerikanischen Umfrage zur Untersuchung zu nationaler Gesundheit und Ernährung (NHANES) zwischen 1988 und 2014 untersuchten wir die kardiovaskuläre und renale Belastung bei Erwachsenen mit Prädiabetes über die Zeit und verglichen die Muster mit anderen Blutzuckerstatusgruppen.

Methoden

Wir analysierten Querschnittsumfragedaten von nicht schwangeren Erwachsenen in einem Alter ab 20 Jahren aus den Zeiträumen 1988–94, 1999–2004, 2005–10 und 2011–14 der NHANES-Umfrage. Wir definierten diagnostizierten Diabetes als Selbstangabe eines Patienten, dass bei ihm zuvor die Diagnose von einem Arzt oder einer Gesundheitsfachkraft gestellt wurde; bei Personen ohne Diabetes laut Selbstangabe wurde Prädiabetes definiert als eine Konzentration der Nüchternglukose im Plasma (FPG) von 100–125 mg/dl (5,6–6,9 mmol/l) oder ein HbA1c von 5,7–6,4 % (39–47 mmol/mol); nicht diagnostizierter Diabetes als eine FPG von 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder darüber oder ein HbA1c von 6,5 % (48 mmol/mol) oder darüber; und ein normaler Blutzuckerstatus als eine FPG von weniger als 100 mg/dl (5,6 mmol/l) und ein HbA1c von weniger als 5,7 % (39 mmol/mol). Wir wiederholten die Analyse unter Verwendung verschiedener Definitionen von Prädiabetes (FPG 110–125 mg/dl [6,1–6,9 mmol/l] oder HbA1c 5,7–6,4 % [39–47 mmol/mol], FPG 110–125 mg/dl [6,1–6,9 mmol/l] oder HbA1c 6,0–6,4 % [42–47 mmol/mol] und FPG 100–125 mg/dl [5,6–6,9 mmol/l] und HbA1c 5,7–6,4 % [39–47 mmol/mol]). Wir schätzten für jede Gruppe über die Zeit die Prävalenzen von Hypertonie und Dyslipidämie; bei Personen mit solchen Erkrankungen schätzten wir die Anteile derjenigen, die behandelt wurden, und derjenigen, die die Behandlungsziele erreichten. Getrennt nach Blutzuckergruppe schätzten wir jene, die aktuelle, frühere und Niemals-Raucher waren, das durchschnittliche 10-Jahres-Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen (mit Hilfe von Schätzern aus der Framingham-Herzstudie, der Prospektiven Diabetesstudie aus dem Vereinigten Königreich [UKPDS] und der Leitlinien für atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankungen [ASCVD] des American College of Cardiology [ACC] und der American Heart Association [AHA]), Albuminurie (medianes und Albumin/Kreatinin-Verhältnis ≥ 30 mg/g), geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR; Durchschnitt und

Ergebnisse

Wir holten Daten für 27.971 geeignete Personen ein. 2011–14 hatten in der Population von Erwachsenen mit Prädiabetes 36,6 % (95 %-KI: 32,8–40,5) Hypertonie, 51,2 % (47,0–55,3) Dyslipidämie, 24,3 % (21,7–27,3) waren Raucher, 7,7 % (6,8–8,8) hatten Albuminurie, 4,6% (3,7–5,9) hatten eine verringerte eGFR und das 10-Jahres-Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse lag zwischen 5 % und 7 %. Von 1988–94 und 2011–14 zeigten Erwachsene mit Prädiabetes signifikante Zunahmen von Hypertonie (+9,7 Prozentpunkte [95 %-KI: 5,4–14,0]), keine Veränderung von Dyslipidämie, eine Abnahme des Rauchens (-6,4 Prozentpunkte [-10,7 bis -2,1]), vermehrte Behandlung zur Blutdrucksenkung (54,2 % [49,0–59,3] bis 81,4 % [76,7–85,3], +27,2 Prozentpunkte [20,5–33,8], p 

Interpretation

Im Laufe von 25 Jahren haben sich kardiovaskuläres und renales Risiko und solche Erkrankungen bei Erwachsenen mit Prädiabetes, unabhängig von den verwendeten Definitionen, weit verbreitet. Die Identifizierung von Personen mit Prädiabetes könnte die Möglichkeit zur kardiovaskulären und renalen Risikoreduktion verbessern.

Finanzierung

Keine.