Prädiktoren für den Erfolg der Transkraniellen Magnetstimulation bei schwer Depressiven bestimmt

  • Lancet EClinical Medicine

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Die transkranielle Magnetstimulation hat bei schwer depressiven Patienten größere Erfolgschancen, wenn diese in einem Arbeitsverhältnis stehen. Eine ausgeprägte Symptomatik und früheres Therapieversagen sind dagegen negative Prädiktoren.

Hintergrund

Die transkranielle Magnetstimulation (TMS) gilt als eine wirksame Methode gegen schwere Depressionen. Die Auswahl der Patienten beruht allerdings auf dem Prinzip von Versuch und Irrtum.

Design

Ziel der Studie war es, klinische Prädiktoren für den Erfolg einer TMS-Stimulation des linken dorsolateralen präfrontalen Cortex bei 388 erwachsenen Patienten mit einer schweren depressiven Episode zu finden. Dazu wurden Daten aus einer randomisierten Studie herangezogen, bei der die Teilnehmer entweder eine Standardstimulation mit 10 Hz bekommen hatten oder eine intermittierende Theta-Burst-Stimulation.

Ergebnisse

  • Die Chancen einer Remission waren geringer, wenn die depressiven- und Angst-Symptome zu Beginn der Behandlung stärker ausgeprägt waren. Die Chancenverhältnisse OR betrugen dann 0,64 (95%-Konfidenzintervall 0,46 – 0,88) bzw. OR 0,78 (95%-KI 0,60 – 0,98).
  • Patienten in einem Arbeitsverhältnis hatte größere Chancen für eine Remission: OR 1,69; 95%-KI 1,06 – 2,7.
  • Nach einer größeren Anzahl von Therapieversagen waren die Chancen auf eine Remission geringer: OR 0,51; 95%-KI 0,27 – 0,98.
  • In einem statistischen Modell, das all obigen Variablen berücksichtigt, erreichten die Forscher als Maß für die Diskriminanz einen C-Index von 0,687 zusammen (je näher bei 1, umso besser ist die Diskriminanz eines Modells).

Klinische Bedeutung

Die Resultate legen nahe, dass die Wahrscheinlichkeit eines Behandlungserfolges für schwer depressive Patienten unter einer TMS größer sind, wenn ein Arbeitsverhältnis besteht. Sie sind geringer bei schwerer Symptomatik und nach einer größeren Zahl vorherigen Therapieversagens. Die Autoren beteuern, dass diese Erkenntnisse für die Patientenauswahl von Nutzen seien. Sie lassen sich allerdings auch so interpretieren, dass die TMS bei schweren Fällen weniger wirksam ist.

Finanzierung: Canadian Institutes of Health Research.