Prävention des plötzlichen Herztodes ist deutlich effektiver geworden


  • Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Die Inzidenz des plötzlichen Herztodes bei Patienten mit Herzinsuffizienz und verminderter Ejektionsfraktion hat sich in den vergangenen zwei Dekaden halbiert - von jährlich 6,5 Prozent in den ältesten Studien auf 3,3 Prozent in den neuesten Studien.

Hauptergebnisse

  • Abnahme der jährlichen Inzidenz des plötzlichen Herztodes von 6,5 Prozent (RALES-Studien 1998) auf 3,3 Prozent (PARADIGM-HF-Studie 2014). 
  • Abnahme der Inzidenz des plötzlichen Herztodes innerhalb von 90 Tagen nach der Randomisierung: von 2,4 Prozent (95% CI: 1,6 bis 3,1) in der RALES -Studie auf  1,0 Prozent (95% CI: 0,8 bis 1,3) in der PARADIGM-HF-Studie.
  • Diese Abnahme der Inzidenz ging einer mit einer zunehmenden Anwendung evidenzbasierter Pharmakotherapien bei systolischer Herzinsuffizienz einher.

Design

Retrospektive Auswertung der Daten von rund 40.000 Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz, die zwischen 1994 bis 2015 an klinischen Studien teilnahmen. Ziel der Autoren war, die Entwicklung der Inzidenz des plötzlichen Herztodes in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu erfassen.

Klinische Bedeutung

Die Studien-Ergebnisse belegen den Fortschritt in der Behandlung von Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz und bestätigen den Nutzen der evidenz-basierten Pharmakotherapie bei systolischer Herzinsuffizienz. Eine Prävention des plötzlichen Herztodes ist  - außer durch eine Pharmakotherapie - auch durch eine ICD-Therapie (implantierbarer Defibrillator) möglich, deren Nutzen unter anderem eine aktuelle Metaanalyse zeigt. Mit einer optimalen Pharmakotherapie bei systolischer Herzinsuffizienz kann allerdings in vielen Fällen die kardiale Auswurfleistung deutlich gesteigert und so eine ICD-Therapie vermieden werden. Eine Frage dabei ist unter anderen, wie lange ein Patient nur medikamentös behandelt werden sollte, bis dann eventuell doch ein Defibrillator implantiert wird.