Positiver Hämoccult-Test als Warnhinweis für Mortalität – nicht nur durch Darmkrebs


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaft

Okkultes Blut im Stuhl ist ein Marker für ein erhöhtes Mortalitätsrisiko, nicht nur für ein kolorektales Karzinom (KRK) und dessen Vorstufen. Vielmehr ist auch die Sterblichkeit durch andere Krankheiten um annähernd 60 % höher als bei einem negativen Testergebnis.

Hintergrund

Testverfahren zum Nachweis von okkultem Blut im Stuhl haben sich bei der Darmkrebs-Früherkennung etabliert, denn sie zeigen ein erhöhtes Risiko für den Präsenz eines KRK oder seiner Vorstufen an. Nachdem in Taiwan die Auswertung eines bevölkerungsweiten Screenings mit einem immunologischen Nachweisverfahren (faecal immunochemical test, FIT) Hinweise auch auf eine erhöhte Nicht-KRK-Mortalität bei positivem FIT ergeben hatte, wollten die Autoren diese Beobachtung überprüfen.

Design

Überprüfung und Quantifizierung eines möglichen Zusammenhangs zwischen einem positiven Ergebnis beim Enzym-basierten Test auf okkultes Blut im Stuhl (Guajakbasierter Stuhlbluttest, gFOBT) und verschiedenen Todesursachen. Dazu wurden die Resultate aller 134.192 Teilnehmer eines Screeningprogrammes im schottischen Tayside aus den Jahren 2000 bis 2016 mit den Mortalitätsdaten der schottischen Datenbank abgeglichen.

Hauptergebnisse

  • Personen mit einem positiven Testergebnis (n=2714) hatten ein fast 8-fach höheres Risiko, an einem CRC zu sterben, als diejenigen mit einem negativen Testergebnis (Chancenverhältnis HR 7,79, p
  • Auch die Sterblichkeit durch andere Ursachen als einem KRK war erhöht, um zwar um den Faktor 1,58 (p
  • Studienteilnehmer mit per gFOBT nachweisbarem okkultem Blut im Stuhl hatten ein hochsignifikant (p jeweils

Klinische Bedeutung

Okkultes Blut im Stuhl ist ein Warnhinweis, nicht nur für ein KRK und dessen Vorstufen. Vielmehr sind diese Patienten offenbar deutlich vulnerabler und das Testergebnis „könnte“ – so die Autoren – genutzt werden, um die Betroffenen auf ihr erhöhtes Risiko für nicht-übertragbare Krankheiten hinzuweisen. Auch könnten die Testergebnisse als modifizierbare Biomarker brauchbar sein, um die Wirksamkeit von Lebensstiländerungen oder einer Therapie abzuschätzen. „Diese Vorschläge sind gegenwärtig spekulativ und erfordern prospektive Studien mit quantitativen Tests (FIT), bevor sie umgesetzt werden können.“

Finanzierung: Scottish Government Health Department.