Polyneuropathie: Behandlung ungeachtet des Diabetesstatus unzureichend

  • Ziegler D & al.
  • J Diabetes Investig
  • 08.04.2020

  • von Miriam Tucker
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Mehr als ein Drittel der Patienten mit neuropathischen Symptomen erhielt keine Pharmakotherapie, obwohl in dieser Nachbeobachtungsanalyse der PROTECT-Studie die Hälfte der Patienten über 2,5 Jahre hinweg eine Zunahme der Schmerzintensität verzeichneten.
  • Entgegen den internationalen Empfehlungen berichteten einige Patienten über den Erhalt von NSARs.

Warum das wichtig ist

  • Eine distale sensomotorische Polyneuropathie (DSPN) reduziert die Lebensqualität (QoL) erheblich.

Studiendesign

  • Fragebögen, die ~ 2,5 Jahre nach der Eingangsuntersuchung ausgefüllt wurden.
  • 109 Patienten hatten DSPN: 68 mit Typ-2-Diabetes (T2D) und 41 ohne Diabetes.  
  • Finanzierung: Wörwag Pharma; Deutsches Bundesministerium für Gesundheit; Deutsche Diabetes-Stiftung; andere Sponsoren.

Wesentliche Ergebnisse 

  • Anteilige Patienten, die keine Pharmakotherapie für DSPN erhielten:
    • 32,7 % mit T2D und neuropathischen Symptomen. 
    • 40,0 % ohne Diabetes und mit neuropathischen Symptomen. 
    • 22,2 % mit Diabetes und neuropathischen Schmerzen.
    • 38,9 % ohne Diabetes und mit neuropathischen Schmerzen.
    • Unterschiede zwischen den Gruppen nicht signifikant.
  • Die am häufigsten berichteten stärkeren Schmerzen von der Eingangsuntersuchung bis zur Nachbeobachtung:
    • Parästhesie/Taubheit: 51,5 % mit Diabetes und 56,3 % ohne Diabetes.
    • Brennen/Schmerzen: 53,7 % mit Diabetes und 48,4 % ohne Diabetes.    
  • Die häufigsten Therapien:
    • mit T2D: Acetylsalicylsäure (22,1 %), α2δ-Liganden (Pregabalin, Gabapentin: 20,3 %), Vitamin B-Komplex (13,0 %) und Benfotiamin (13,0 %).
    • Ohne Diabetes: Vitamin-B-Komplex (22,0 %), NSARs (17,1 %) und α2δ-Liganden (12,2 %).

Einschränkungen

  • Auswahl-/Erinnerungsverzerrungen.
  • Kleine Stichprobengröße.
  • Keine Daten zur Diabetesbehandlung und Blutzuckerkontrolle.
  • Keine definitiven diagnostischen Studien.
  • DSPN-Ursachen sind nicht verifiziert.