Polioimpfung auf neue Beine stellen


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Die Herstellung von Impfstoffen aus virusartigen Partikeln (VLP) wird bei Hepatitis B und humanen Papillomaviren erfolgreich eingesetzt. Bei Polio haben sich die VLP jedoch als instabil herausgestellt. Eine neue, stabilere Lösung bieten jetzt britische Wissenschaftler der University of Leeds an. Die Arbeit wurde im "Journal of Virology" vorgestellt.

Das Forscherteam konnte die VLPs (leere Kapside) so modifizieren, dass sie stabil genug sind, um als Impfstoff eingesetzt zu werden. Gelungen ist ihnen das durch die Identifizierung von Mutationen, die die Struktur der VLP stabilisieren.

Die leeren Kapsiden verändern üblicherweise ihre Form, wenn sie erwärmt werden. Dadurch werden sie als Impfstoffe unbrauchbar. Die neu entdeckten Mutationen verhindern das jedoch.

Bei der derzeitigen Herstellung von Polio-Impfstoffen braucht es das Wachstum von einer großen Menge an lebenden Viren, die dann chemisch abgetötet werden. Das beinhaltet das Risiko, dass Viren entkommen können.

Die neuen, stabilen VLPs eignen sich laut den Forschern als Ersatz für die derzeitige Poliovakzin-Produktion. Sie können nämlich ihn großer Menge hergestellt werden, ohne dass das Wachstum von lebenden Virus benötigt wird. Damit könnte man laut Studienleiter David Rowlands einen weiteren, sicheren Schritt in Richtung Ausrottung von Polio machen. Auch nachdem die Krankheit als ausgerottet gilt, muss weiter geimpft werden, um ein Wiederaufflammen zu verhindern. Dabei könnte die neue Methode einen wichtigen Beitrag leisten. Bei der Produktion würde nämlich das Risiko der Freisetzung von lebenden Polio-Viren wegfallen.

"Die Herstellung des Impfstoffs hat sich in Laborbedingungen bewährt. Außerdem konnten wir zeigen, dass der Impfstoff stabiler ist als bei den gegenwärtig eingesetzten Vakzinen", erklärt Rowlands. Studien mit Mäusen und Ratten werden folgen, um die Wirksamkeit und Sicherheit beim humanen Einsatz zu gewährleisten.