PKV-Verband: 100 Millionen Euro Coronakosten pro Monat

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Berlin (pag) – Rund eine Milliarde Euro hat die Private Krankenversicherung (PKV) zusätzlich für die Bewältigung der Coronakrise ausgegeben. Diese Zahl nennt Dr. Ralf Kantak, Vorsitzender des PKV-Verbands, in einer Online-Pressekonferenz. In der ambulanten Versorgung handele es sich dabei um „deutlich über 300 Millionen Euro allein für Hygienemaßnahmen. Und für jeden weiteren Monat kommen Kosten von circa 100 Millionen Euro hinzu“.

 

Zurzeit liefen Gespräche mit der Bundesärztekammer (BÄK) über die Hygienepauschale. Konkret wolle sich Kantak dazu nicht äußern, nur so viel: „Da geht es um Höhe, da geht es um Länge.“ Im Vorfeld forderten Ärzteverbände ein höheres finanzielles Engagement der privaten Versicherer. Doch nicht nur im ambulanten Sektor lasse die PKV mehr Mittel springen: Für die Zusatzentgelte in den Krankenhäusern seien laut Kantak bereits mehr als 300 Millionen Euro geflossen.

Einen Einbruch bei der Ausgabenseite wegen der Pandemie sieht der Verbandschef zurzeit nicht, wobei genaue Zahlen noch nicht vorlägen. „Wir bewegen uns auf Vorjahresniveau, sogar mit Steigerung“, sagt er. „Dass wir 20 bis 30 Prozent weniger Leistungsausgaben haben, ist auf keinen Fall sichtbar.“

Bei der neuen Gebührenordnung für Ärzte gibt sich Kantak zuversichtlich. Zusammen mit der BÄK sei man sehr weit. „Der rechtliche Teil ist verabschiedet. Über 5.000 Leistungen sind beschrieben. Wir sind aktuell in engen Gesprächen, was die Preise betrifft“, erzählt er. Jetzt warte man auf ein Signal der Politik. Die PKV wäre schnell „lieferfähig“.

Erfreut nimmt der Verband zur Kenntnis, dass 2019 das zweite Jahr in Folge wieder mehr Menschen aus der gesetzlichen in die private Krankenversicherung gewechselt hätten als umgekehrt. Der Saldo liege bei 17.400 Versicherten zugunsten der PKV. Zurzeit allerdings befinde man sich Corona-bedingt in schwierigem Fahrwasser. Kantak: „Wir sehen sinkende Neugeschäftszahlen in diesen Wochen und Monaten.“