PKV kürzt Hygienepauschale

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Berlin (pag) – Die Private Krankenversicherung (PKV) senkt die Corona-Hygienepauschale. Diese wird zwar über den 30. September bis zum Jahresende hinaus verlängert, allerdings können Ärzte nur noch 6,41 Euro pro Sitzung abrechnen und nicht wie bisher 14,75 Euro.

 

Darauf einigen sich PKV-Verband, Bundesärztekammer (BÄK) und die Beihilfekostenträger. Die Pauschale wird unter der GOÄ-Nummer 245 abgerechnet. Galt bisher der 2,3-fache Satz, gilt ab Oktober nur noch der einfache. Die Verhandlungspartner begründen die Reduzierung mit „der Entwicklung des aktuellen Infektionsgeschehens und unter Beachtung vergleichbarer Regelungen, wie zum Beispiel im Rahmen von Behandlungen im Durchgangsarztverfahren (Covid-19-Pauschale der Unfallversicherungsträger für Durchgangsärzte: 4 EUR pro Behandlungstag)“, wie die BÄK mitteilt. Ein Sprecher des PKV-Verbands verweist außerdem auf die mittlerweile einfachere und günstigere Beschaffung von Schutzausrüstung.

 

„Wir werden sicherlich nicht die Hälfte an Desinfektionsmittel und Schutzkleidung anwenden, ohne unsere Patienten zu gefährden“, sagt Dr. Jörg-A. Rüggeberg, Vizepräsident des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen (BDC). Die PKV hätte überzeugt werden müssen, sich überhaupt an den Coronakosten zu beteiligen. „Jetzt sind die dafür vorgesehenen Mittel ohne stichhaltige Begründung halbiert worden, obwohl die tatsächlichen Kosten unverändert geblieben sind“, klagt der BDC-Vize.

 

Ähnlich argumentiert Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. „Wir fordern die PKV auf, sich wie die Gesetzlichen Krankenversicherungen an der Finanzierung des Gesundheitswesens in schwierigen Zeiten zu beteiligen.“ Es gehe nicht an, dass die Privaten Krankenversicherungen nichts zur Stabilisierung beitrügen. Für den Berufsverband Deutscher Internisten ist es unverständlich, wie die PKV angesichts steigender Infektionszahlen so handeln kann. Seine Präsidentin Christine Neumann-Grutzeck wird grundsätzlich: „Der Kulturbruch, dass ein freier Beruf seine Gebührenordnung mit den Kostenträgern verhandeln muss, ist die zentrale Schwäche der neuen GOÄ". Sie befürchtet eine „EBMisierung“ der GOÄ.