Phase 2-Studie deutet auf mögliche Synergien für Strahlentherapie vor Pembrolizumab beim NSCLC

  • JAMA Oncology

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Eine hoch dosierte Strahlentherapie vor der Immuntherapie mit Pembrolizumab brachte bei Patienten mit NSCLC zwar Verbesserungen, aber keine statistische Signifikanz beim progressionsfreien- und Gesamtüberleben.

Hintergrund

Viele Patienten, die wegen eines NSCLC eine Immuntherapie erhalten, sind von Anfang an behandlungsresistent. Von einer vorgeschalteten Strahlentherapie verspricht man sich eine Stärkung der Immunantwort und höhere Ansprechraten.

Design

Multizentrische, randomisierte Studie der Phase 2 (PEMBRO-RT), bei der 92 Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC eingeschlossen wurden, unabhängig davon ob bzw. wie viel des programmed death ligand 1 (PD-L1) sie exprimierten. Sie erhielten 200 mg/kg Pembrolizumab alle drei Wochen entweder allein (Kontrollgruppe), oder nach einer Strahlentherapie mit 3 Dosen á 8 Gy (Interventionsgrupe). Primäres Studienziel bzw. erhofft war eine Verbesserung des Gesamt-Ansprechrate nach 12 Wochen von 20 % im Kontrollarm auf 50 % in der Interventionsgruppe, mit einem P

Ergebnisse

  • Die 76 Patienten, die randomisiert werden konnten, waren median 62 Jahre alt und zu 58,5 % männlich.
  • Die Gesamtansprechrate im Kontrollarm betrug 18 %, mit vorausgehender Strahlentherapie waren es 36 % (P = 0,07).
  • Das mediane progressionfreie Überleben betrug 1,9 Monate (95%-Konfidenzintervall 1,7 – 6,9) ohne vorige Strahlentherapie und 6,6 Monate (95%-KI 4,0 – 14,6) mit Strahlentherapie. Dies entspricht einem Chancenverhältnis HR von 0,71 bei einem 95%-KI von 0,42 – 1,18 (P = 0,19).
  • Das mediane Gesamtüberleben wurde mit 7,6 Monaten gegenüber 15,9 Monaten berechnet (HR 0,66; 95%-KI 0,37 – 1,18; P = 0,16).
  • Eine Subgruppen-Analyse zeigte, dass Patienten mit PD-L1-negativen Tumoren am stärksten von der zusätzlichen Strahlentherapie profitierten.
  • Die Häufigkeit und Schwere von Nebenwirkungen war in der Interventionsgruppe nicht größer als im Kontrollarm.

Klinische Bedeutung

Eine hochdosierte Strahlentherapie könnte in dieser Indikation nach Meinung der Autoren dazu führen, dass Tumor-Antigene vermehrt freigesetzt werden, und sich die T-Zell-Infiltration verbessert. Beides könne die Wirksamkeit einer Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren vergrößern, sagen sie. Obwohl die Daten dies plausibel erscheinen lassen, wurde die prädefinierte Schwelle für einen klinisch bedeutsamen Nutzen verfehlt. Daher wird es weitere, größere, Studien brauchen, um die hypothetischen Synergieeffekte und deren mögliche klinische Relevanz zu bestätigen.

Finanzierung: MSD.