Petitionsausschuss: Psychotherapeuten gegen Vorinstanz

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Berlin (pag) – Jens Spahn (CDU) bei der Anhörung im Petitionsausschuss. Thema ist die mit dem Terminservice-Versorgungsgesetz (TSVG) geplante „gestufte und gesteuerte“ Versorgung in der Psychotherapie. Die Therapeuten laufen dagegen Sturm und befürchten eine schlechtere Versorgung – über 200.000 Unterschriften wurden gesammelt.

„Die vorgeschaltete Instanz löst Ängste bei Patienten aus“, die sich ohnehin schwertäten, über ihre Probleme zu reden und Hilfe zu suchen, kritisiert Petentin Ariadne Sartorius vom Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten. Es entstünde ein „neues Nadelöhr vor der eigentlichen Behandlung“. Bei einer Umsetzung des TSVG fehle es an Kapazitäten, da die dringend benötigten Psychotherapeuten teilweise abgezogen würden, um eine Triage vorzunehmen. „Patienten werden aus der Behandlung herausfallen, weil das Gesetz Ressourcen bindet. Und wir haben Angst vor Falschentscheidungen, wenn sich Therapeut und Patient nicht kennen“. Der Entwurf verstoße gegen das Prinzip der freien Arztwahl. Die 2017 eingeführte psychotherapeutische Sprechstunde zeige erste Erfolge – die Auswirkungen der Reform sollten erst abgewartet werden. Zu fördern seien besser vernetzte Strukturen, Kooperationsmodelle für komplexe Behandlungen.  

„Viele Patienten warten zu lange auf eine Therapie. Ich will eine Lösung, eine schnellere Vermittlung und Lotsen, die durch das System steuern“, sagt der Minister. Denn eine psychische Erkrankung könne unterschiedliche Ursachen haben und verschiedene Ärzte und Behandlungen erfordern. Modellprojekte zeigten und Sachverständige konstatierten: „Mehr Therapeuten alleine lösen das Problem nicht, es braucht eine bessere gestufte Steuerung“, so Spahn. Gruppentherapien seien ein Ansatz, auch die Prüfung, ob Arztsitze voll genutzt würden.

Laut TSVG sollen ausgesuchte Ärzte und Psychotherapeuten in Voruntersuchungen entscheiden, welches Hilfs- oder Therapieangebot Betroffene bekommen sollen. Ziel ist eine schnellere und gezieltere Versorgung. Für den 17. Januar lädt der Minister Vertreter der Berufs- und Fachverbände zum weiteren Gespräch ein.