Periprothetische Gelenkinfektionen: eine große therapeutische Herausforderung

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Bei 1 von 5 Patienten mit durch Staphylococcus lugdunensis verursachter Gelenkinfektion scheitert die Behandlung.

Erkenntnis

  • Durch Staphylococcus lugdunensis (S. lugdunensis) verursachte periprothetische Infektionen (prosthetic joint infections, PJIs) sind schwer zu behandeln und bei etwa 20 % der Patienten mit einem Therapieversagen assoziiert.
  • Eine ausgewählte chirurgische Strategie fördert optimale Ergebnisse.

Warum das wichtig ist

  • Die chirurgische Strategie mit Débridement, Antibiotikatherapie und Implantatretention (DAIR) sollte auf Patienten mit akuter PJI und ohne andere Risikofaktoren für ein Behandlungsversagen, einschließlich Sinustrakt, beschränkt werden. Eine suppressive Antibiotikatherapie ist eine sinnvolle Alternative, wenn eine chirurgische Strategie nicht den optimalen Ansatz darstellt.

Wesentliche Ergebnisse

  • 111 Patienten (medianes Alter: 72,4 Jahre) mit durch S. lugdunensis verursachter PJI im Knie (64,0 %; n = 71/111), in der Hüfte (35,1 %; n = 39/111]) oder in der Schulter (0,9 %; n = 1/111) wurden eingeschlossen, bei 69,4 % (n = 77/111) der Patienten wurden die Infektion als chronisch betrachtet.
  • Etwas mehr als die Hälfte der Patienten erhielt eine DAIR, bei der gesamten Kohorte wurde über 13,1 Wochen eine antimikrobielle Behandlung angewendet.
  • Bei einer medianen Nachbeobachtung von 99,9 Wochen war die Behandlung bei 34,2 % (n = 38/111) der Patienten gescheitert, bei fast der Hälfte (45,5 %; n = 10/22) war das Scheitern auf eine bestätigte S. lugdunensis-Infektion zurückzuführen.
  • Eine komorbide Sinusinfektion erhöhte die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns der Behandlung bei DAIR-Patienten um das Vierfache, der Austausch der mobilen Teile während der DAIR war mit besseren Ergebnissen assoziiert.

Studiendesign

  • Multizentrische Kohortenstudie zur Beschreibung der klinischen Merkmale, des Managements und der Ergebnisse von Patienten mit S. lugdunensis-Infektion
  • Finanzierung: Keine

Einschränkungen

  • Kleine Fallzahl
  • Definitive Schlussfolgerungen bezüglich der optimalen chirurgischen/medikamentösen Behandlung können nicht getroffen werden.