PEI: HPV-Impfung in der Schwangerschaft stellt keine Gefahr für das Ungeborene dar


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaft

Für keinen der drei HPV-Impfstoffe gibt es Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für das Ungeborene, wenn Frauen kurz vor oder nach der Empfängnis gegen humane Papillomviren geimpft werden. Vielmehr kann sich der HPV-Impfschutz positiv auf den Erfolg der Schwangerschaft auswirken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der Forschungsergebnisse durch Wissenschaftler des Paul-Ehrlich-Instituts.

Hintergrund

Die HPV-Impfung wird laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) in der Schwangerschaft nicht empfohlen. Dennoch kann es vorkommen, dass Frauen im gebärfähigen Alter kurz vor oder nach der Empfängnis geimpft werden, bevor die Schwangerschaft festgestellt wurde.

Design

Den Stand der Forschung zur Sicherheit der HPV-Impfung bei Frauen in der Schwangerschaft haben Wissenschaftler des Paul Ehrlich Instituts (PEI) zusammengefasst. Ihre Zusammenstellung wurde im aktuellen Bulletin zur Arzneimittelsicherheit 3/2018 publiziert.

Hauptergebnisse

In einer klinischen Studie mit dem tetravalenten Impfstoff waren Spontanaborte in der Verumgruppe häufiger als in der Placebogruppe, was die Studienautoren auf die Tatsache zurückführten, dass in der Verumgruppe mehr Frauen mit erhöhtem Risiko für Spontanaborte waren, heißt es im Bericht der PEI-Wissenschaftler.

In einer großen retrospektiven Kohortenstudie mit 92.579 Mädchen und Frauen im Alter von 13 bis 27 Jahren wurde nach Immunisierung mit dem tetravalenten HPV-Impfstoff um den Zeitpunkt der Empfängnis beziehungsweise während der Schwangerschaft indessen keine Gefahr für das Ungeborene festgestellt. Es gab weder einen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für Gestationsdiabetes, hypertensive Schwangerschaftskomplikationen, Chorionamnionitis, Frühgeburtlichkeit, die Geburt eines Kindes, das zu klein ist für sein Gestationsalter, noch für ausgewählte schwere Fehlbildungen beim Neugeborenen, schreiben die PEI-Autoren. Auch für Präeklampsie und Totgeburt fanden sich laut Bulletin keine Unterschiede zwischen geimpften und nicht geimpften Frauen.

Klinische Bedeutung

Da HPV-Infektionen aber auch eine Schwangerschaft negativ beeinflussen können, – da sie beispielsweise mit Frühgeburtlichkeit und Präeklampsie assoziiert sind – , kann sich der HPV-Impfschutz zu Beginn der Schwangerschaft positiv auf das Schwangerschaftsergebnis auswirken, betonen die PEI-Autoren. So zeigte sich in einer populationsbasierten retrospektiven neuseeländischen Studie, in der Daten von 35.646 ersten Schwangerschaften ausgewertet wurden, ein signifikant erniedrigtes Risiko für Frühgeburtlichkeit bei Kindern von Frauen, die gegen HPV geimpft waren, im Vergleich zu nicht geimpften Frauen (Odds Ratio 0,87; 95 %-KI: 0,78–0,96).