Patienten wünschen sich digitale Terminvergabe

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München (pag) – Lange Wartezeiten, besetzte Telefone und bürokratischer Aufwand in ambulanten Praxen: Laut einer aktuellen Studie von Jameda steht das Arzt-Patienten-Verhältnis vor gravierenden Hürden. Der Ruf nach digitalen Angeboten wird lauter – Patienten wünschen sich Online-Terminvergabesysteme, Ärzte das E-Rezept.

Mit der Abschaffung der Neupatientenregelung zum 1. Januar 2023 drohen lange Wartezeiten für Patienten. Bereits jetzt, so die Studie, müssten Patienten im Schnitt 30 Tage auf einen Termin beim Facharzt warten, akzeptabel fänden sie zehn Tage. Auch bei der Terminvereinbarung per Telefon hapert es. 90 Prozent geben zwar an, Termine telefonisch zu vereinbaren, doch 54 Prozent klagen über Warteschleifen, 45 Prozent sagen aus, niemanden zu erreichen und 44 Prozent stießen auf wiederholt besetzte Anschlüsse. Digitale Tools könnten eine Lösung sein, besonders Patienten bis 44 Jahre wünschen sich etwa einen Online-Kalender mit direkter Terminbestätigung (26 Prozent) oder eine App (16 Prozent).

Auch die Dauer der Termine sei nicht zufriedenstellend, heißt es. 40 Prozent der Patienten geben an, nur bis zu zehn Minuten im Sprechzimmer zu sitzen. Durchschnittlich erhoffen sie sich 18 Minuten. Aufgrund des bürokratischen Aufwands und hohen Patientenaufkommens sei dies den Ärzten jedoch nicht möglich. Zielführend für eine patientenzentrierte Arbeitsweise halten Ärzte die Vereinfachung bürokratischer Anforderungen (46 Prozent) und die verstärkte Inanspruchnahme digitaler Lösungen (36 Prozent). 30 Prozent wünschen sich die Einführung des E-Rezepts.

Trotz alledem bleibt das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient weitgehend intakt, wie die Ergebnisse zeigen. Sieben von zehn Patienten vertrauen ihrem Hausarzt, sechs von zehn ihrem Facharzt. Ausschlaggebend sei neben der richtigen Diagnose und Behandlung (66 Prozent), wenn Ärzte sich Zeit für sie nehmen (62 Prozent) und empathisch agieren (52 Prozent).

Durchgeführt wurde die Studie vom Marktforschungsinstitut OnePoll im Auftrag von Jameda. Zwischen dem 18. und 23. November 2022 sind 1.000 Privatpersonen sowie 100 Ärzte deutschlandweit befragt worden.