Patienten mit Vorhofflimmern nach TAVI eine Hochrisiko-Gruppe


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaften

Patienten, die erst nach katheter-gestützter Aortenklappen-Implantation Vorhofflimmern entwickeln, haben eine schlechtere kardiovaskuläre Prognose als Patienten, die diese Herzrhythmusstörung bereits vor dem Klappen-Eingriff hatten. 

Hintergrund

Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern zählen zu den Komplikationen der katheter-basierten Implantation einer Aortenklappe (TAVI). Aus früheren Studien war bekannt, dass bei Patienten mit Vorhofflimmern nach TAVI (Post-TAVI-Vorhofflimmern) der kardiovaskuläre Verlauf schlechter ist als bei Patienten ohne Vorhofflimmern. Da relativ wenige Daten zu Patienten vorlagen, die die Herzrhythmusstörung erst nach dem Klappen-Eingriff entwickelten, haben US-Kardiologen nun Register-Daten hierzu ausgewertet.

Design

Ausgewertet wurden Daten von 13.356 Patienten mit TAVI. Die Daten stammen aus einem gemeinsamen Register der „Society of Thoracic Surgeons“ und des „American College of Cardiology“.

Hauptergebnisse  

Bei 8,4 Prozent der Patienten (1.138/13.356) wurde erstmals nach TAVI Vorhofflimmern diagnostiziert. Zur Kontroll-Gruppe gehörten über 12.000 TAVI-Patienten ohne erstmaliges Vorhofflimmern nach dem Eingriff.

Mit POST-TAVI-Vorhofflimmern assoziiert waren zum Beispiel: weibliches Geschlecht, höheres Alter, nicht-transfemoraler Zugang und auch COPD.

Trotz eines medianen CHA 2 DS 2 -VASc-Score von 5 bekamen von den Patienten mit Post-TAVI-Vorhofflimmern nur knapp 29 Prozent bei Entlassung aus dem Krankenhaus eine orale Antikoagulation.

Die Klinik-Raten für Tod und Schlaganfall waren in dieser Patienten-Gruppe größer als in der Kontroll-Gruppe:

  • Sterberate im Krankenhaus: 7,8% versus 3,4% (p
  • Schlaganfall: 4,7% versus 2,0% (p

Darüber hinaus waren ihre klinischen Ergebnisse ein Jahr nach TAVI schlechter als die der Patienten der Kontroll-Gruppe:

  • Sterberate plus 37 Prozent (HR: 1,37; 95% CI: 1,19 bis 1,59). Die Inzidenz-Raten betrugen 30,1 und 16,8 Prozent.
  • Schlaganfall-Rate plus 50 Prozent (HR: 1,50; 1,14 bis 1,98); Inzidenz-Raten: 7,2 versus 3,8%
  • Blutungs-Rate plus 24 Prozent (HR: 1,24; 1.10 bis 1.40); Inzidenz-Raten: 31,7 versus 23,0%.

Klinische Bedeutung

Nach Angaben der Autoren geht aus den Leitlinien nicht ausreiched klar hervor, wie die beste Behandlung der Patienten mit Post-TAVI-Vorhofflimmern aussieht. Die sollte noch in weiteren Studien geklärt werden. Im Moment gelte, dass auf diese Hochrisiko-Patienten besonders sorgfältig zu achten sei. 

Finanzierung der Studie: keine Angaben, allerdings ausführliche Dokumentation der potenziellen Interessenkonflikte der Studienautoren.