Patienten holen Behandlungen nicht nach

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Berlin (pag) – Kein Nachholeffekt: Behandlungen, die während der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 ausgefallen sind, wurden offenbar auch später nicht von den Patienten in Anspruch genommen. Das ergibt eine Analyse des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) der ersten drei Quartale 2020.

„Die Covid-19-Pandemie hat tiefe Spuren in der vertragsärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung hinterlassen. Die vor allem im zweiten Quartal eingebrochene Nachfrage nach vertragsärztlichen Leistungen hat sich zwar weitgehend normalisiert, Nachholeffekte im dritten Quartal 2020 sind allerdings weitgehend ausgeblieben“, sagt Zi-Vorstandsvorsitzender Dr. Dominik von Stillfried. Das gelte vor allem für die Präventionsleistungen wie Mammographie- oder Hautkrebsscreening. Ähnliches registriert das Zi für die onkologische Versorgung oder Disease-Management-Programmen.

Die Auswertungen zeigen, dass substanzielle Nachholeffekte, die die Verluste aus der ersten Jahreshälfte hätten kompensieren können, nicht zu erkennen sind, teilt das Zi mit. Während die Gesamtfallzahlen der in den Praxen behandelten Patienten vom 1. bis 28. April und vom 29. April bis 26. Mai 2020 um 23 beziehungsweise 15 Prozent unter denen des Vorjahreszeitraums lagen, blieben die Werte im dritten Quartal im Mittel noch immer um 0,3 Prozent unter den Vergleichszahlen von 2019.

Ermutigend seien hingegen die sprunghaft gestiegenen Impfzahlen in den vertragsärztlichen Praxen, so von Stillfried. So seien in den ersten drei Quartalen 2020 3,5 Millionen Pneumokokken- und Influenza-Impfungen mehr vorgenommen worden als im Vorjahreszeitraum. Im September wurde 1,8 Millionen-mal gegen Influenza geimpft, ein Plus von 165 Prozent gegenüber dem Vorjahr.