Parkinson-Krankheit: Sport ist gut für das Gehirn und hilft bei kognitiven Symptomen

  • Stuckenschneider T & al.
  • J Parkinsons Dis
  • 01.01.2019

  • von Dr. Stefanie Reinberger
  • Studien – kurz & knapp
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Kernaussagen

Eine Metaanalyse ergab, dass Sport bei Personen mit Parkinson-Erkrankung grundsätzlich zu einer Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit führt. Eine eindeutige Empfehlung, welche Sportart am besten geeignet ist, kann derzeit nicht gegeben werden.

 

Hintergrund

Die Parkinson-Krankheit galt lange Zeit als Erkrankung des Bewegungsapparats. Es treten jedoch auch kongnitive Symptome auf. Sport gilt als erfolgreiches Therapiemittel, um motorische Einschränkungen zu behandeln. Die vorliegende Literaturstudie widmet sich der Frage, welchen Effekt Sport auf die kognitiven Symptome der Krankheit hat.

 

Studiendesign

Ausgewertet wurden insgesamt 11 randomisierte Studien mit Kontrollgruppen, in denen Patienten mit Sportprogrammen solchen ohne gegenübergestellt wurden. Sämtliche Studien wurden vor März 2018 veröffentlicht. Die Auswertung schloss die Daten von insgesamt 508 Patienten ein.

 

Hauptergebnisse

  • In fünf Studien konnte ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Probanden, die ein Sportprogramm absolvierten, und der Kontrollgruppe festgestellt werden.

  • Ausdauersport wirkte sich dabei besonders günstig auf das Gedächtnis (Effektstärke, ES= 2.42), aber auch auf die exekutive Funktion (ES = 1.54) aus.

  • Kombiniertes Kraft- und Koordinationstraining hatte einen positiven Effekt auf die gesamte kognitive Funktion (ES = 1.54)

  • In zwei Studien zeigte sich ein statistisch signifikanter Effekt (ES = 0.84-1.88) von Koordinationstraining auf die exekutive Funktion.

 

Klinische Bedeutung

„Das Potential von körperlichem Training, körperliche und nicht-körperliche Symptome zu verbessern, ist vielversprechend. Sport scheint die Progression der Parkinson-Erkrankung verlangsamen zu können“, bilanziert Erstautor Tim Stuckenschneider. „Die Sporttherapie muss – und ist bereits vielerorts – ein essentieller Bestandteil der Behandlung der Parkinson-Erkrankung sein.“ Noch ist die Studienlage allerdings dünn. Um konkrete Empfehlungen geben zu können, müssten nun verschiedene Sportarten miteinander verglichen werden.