Pädiater: Unterversorgung droht

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Berlin (pag) – Während die Bundesregierung bei der Kindermedizin von einer medizinischen Versorgung auf sehr hohem Niveau in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion spricht, schlagen die Pädiater Alarm: Die Gesundheitsversorgung sei gefährdet. Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) fordert in einer Petition an den Bundestag, „die Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen in der medizinischen Versorgung zu beenden“.

 

Die Linke fragt spezifisch nach Unterschieden zwischen privat-und gesetzlich krankenversicherten Kindern. „Im deutschen Gesundheitssystem haben sowohl gesetzlich als auch privat versicherte Kinder Zugang zu einer Gesundheitsversorgung auf einem sehr hohen Niveau“, meint die Regierung. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschland (BVKJ) warnt dagegen vor einer drohenden Versorgungsverschlechterung – sowohl ambulant als auch stationär. Flächendeckend – auch in Städten – mangele es bereits heute an Kinder- und Jugendmedizinern. Der Verband spricht von langen Wartezeiten in den Praxen. Viele Kinderkliniken könnten aufgrund von strukturellen Defiziten nicht wirtschaftlich arbeiten und seien daher akut gefährdet. „Und diese Situation wird sich in den kommenden Jahren noch dramatisch verschärfen“, meint BVKJ-Vorsitzender Dr. Thomas Fischbach. „Knapp die Hälfte der niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte ist bereits 60 Jahre und älter.“ Viele fänden keinen Nachfolger.

Der BVKJ schließt sich der Petition der DAJK an. Diese meint, dass Deutschland den Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention nicht nachkomme. Die Akademie fordert unter anderem die Schaffung bzw. Sicherstellung sowie Finanzierung einer bedarfsgerechten pädiatrischen Versorgung. Die Zahl der Ärzte im öffentlichen Dienst soll erhöht und die Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin gefördert werden.

 

Die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Linksfraktion finden Sie hier.

Die Petition der DAKJ finden Sie hier.