Ozon und Feinstaub in der Atemluft sollen weltweit bis zu 30 % aller Notaufnahmen verursachen


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Die Modellierung von Luftverschmutzungsdaten, epidemiologischen Meta-Analysen und Asthma-Inzidenz/Prävalenz resultiert in Schätzungen mit einer erheblichen Bandbreite. Dennoch scheint klar, dass jährlich Notfallaufnahmen in zweistelliger Millionenhöhe durch die Luftverschmutzung verursacht werden.

Hintergrund

Mit 358 Millionen Betroffenen ist Asthma die häufigste Atemwegserkrankung weltweit. Einer der Faktoren, welche die Krankheit verschlimmern und möglicherweise auch auslösen können, ist die Luftverschmutzung im Außenbereich. Hier wurde der Versuch unternommen abzuschätzen, wie viele Aufnahmen in Notfallambulanzen und Asthma-Neuerkrankungen durch Feinstaub mit einer Partikelgröße von durchschnittlich 2,5 µm (PM2,5), Ozon, und Stickstoffdioxid (NO2) verursacht werden.

Design

Epidemiologische Daten zur Beeinträchtigung der Gesundheit durch spezifische Schadstoffe wurden kombiniert mit Populationsdaten, Inzidenz und Prävalenz von Asthma und der Konzentration von Luftschadstoffen.

Hauptergebnisse

  • Ozon in der Atemluft soll den Schätzungen zufolge im Jahr 2015 ursächlich für 9 bis 23 Millionen Besuche in Notfallaufnahmen gewesen sein, Feinstaub für 5 – 10 Millionen.
  • Diese Zahlen entsprechen 8 – 20 % bzw. 4 – 9 % aller Besuche in Notfallaufnahmen weltweit, wobei die stärksten Auswirkungen in China und Indien verzeichnet wurden.
  • Auf menschliche Aktivitäten gehen ca. 37 % des Ozons und 73 % des PM2,5 zurück.

Klinische Bedeutung

Nach Angaben der Autoren ist dies die erste Studie, die die Folgen der Luftverschmutzung anhand der Zahl der Asthmaerkrankungen weltweit quantifiziert. Die große Spannbreite der Schätzungen erklären die Autoren dadurch, dass sie ihre Berechnungen auf der Basis unterschiedlicher epidemiologischer Meta-Analysen durchgeführt hätten. Sie zeigen dennoch das gewaltige Potenzial zur Reduktion von Atemwegserkrankungen durch Maßnahmen zur Luftreinhaltung, und das nicht nur in China oder Indien.

Finanzierung: NASA, Stockholm Environment Institute, Japanisches Umweltministerium.