Ovarialkrebs: Neuer Biomarker könnte Therapieansprechen vorhersagen


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Mithilfe der klinischen Krebs-Proteomik und der Hochdurchsatz-Massenspektroskopie ist es gelungen, aus den Tumoren von Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom das Protein CT45 als potenziellen Marker zu identifizieren. Seine Konzentration korreliert in hohem Maße mit dem Ansprechen auf die Therapie und könnte helfen, jene Frauen zu erkennen, die danach krankheitsfrei länger als 10 Jahre überleben.

Hintergrund

Die meisten Patientinnen mit einem hochgradigen serösen Ovarialkarzinom entwickeln eine resistenz gegen Platin-basierte Chemotherapien und erleiden dann einen Rückfall, 15 % aber bleiben mehr als zehn Jahre von der Krankheit verschont. Ein Biomarker, der die beiden Gruppen a priori unterscheiden könnte, wäre von hoher klinischer Relevanz und war das Ziel dieser Versuchsreihe.

Design

Um mögliche Treiber des Langzeitüberlebens bei hochgradigem serösen Ovarialkrebs zu ermitteln, wurde die Gesamtheit aller Proteine (das Proteom) von Platin-resistenten und -sensitiven Patientinnen quantitativ anhand von Formalin-fixierten Tumorproben mithilfe der Massenspektroskopie analysiert, und das gefundene Kandidaten-Protein mit molekularbiologischen Methoden näher charakterisiert.

Hauptergebnisse

  • Das „cancer/testis antigen 45“ (CT45) wurde als unabhängiger Faktor identifiziert, der mit einer Verdoppelung des krankheitsfreien Überlebens beim fortgeschritten hochgradigen serösen Ovarialkarzinom assoziiert ist. Patientinnen mit hohen CT45-Spiegeln überlebten durchschnittlich 7,5 Jahre, diejenigen mit nur sehr wenig oder gar keinem CT45 nur ein Jahr.
  • Biochemische Untersuchungen zeigten eine Verbindung von CT45 mit Reaktionswegen zur DNA-Reparatur über eine direkte Wechselwirkung mit dem PP4 Phosphatasekomplex.
  • CT45 reguliert die Aktvität von PP4, und eine hohe Expression führte zu vermehrten DNA-Schäden und Sensitivität gegenüber Platin.
  • Es gelang den Forschern aus CT45 Peptide zu gewinnen und zu identifizieren, welche die cytotoxischen T-Zellen von Patienten aktivieren und Tumorzellen abtöten können.

Klinische Bedeutung

Die Arbeit zeigt den Nutzen der klinischen Krebs-Proteomik als Methode und Strategie, um Ziele für eine Chemo- und Immuntherapie zu identifizieren und deren biologische Funktion herauszufinden. Sollte die Validität von CT45 als Marker in weiteren, auch klinischen Studien bestätigt werden, bestünde damit erstmals eine Möglichkeit, jenes Sechstel aller Patientinnen in dieser Indikation zu identifizieren, die nach der Therapie mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr als 10 Jahre krankheitsfrei überleben.

Finanzierung: National Cancer Institute und mehrere private Stiftungen.