Outcome-Studie belegt kardiovaskuläre Sicherheit von Dapagliflozin


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Dapagliflozin ist kardiovaskulär nicht unsicher. Zudem kann das Gliflozin Typ-2-Diabetes-Patienten vor einer Herzinsuffizienz schützen. Die Ergebnisse treffen auf Diabetes-Patienten mit und ohne atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankung zu. Möglicherweise bremst das Gliflozin auch die Progression einer diabetischen Nephropathie.

Hintergrund

Seit rund zehn Jahren verlangen Zulassungsbehörden bei neuen Antidiabetika den Nachweis der kardiovaskulären Sicherheit durch so genannte kardiovaskuläre Outcome-Studien. Dieser Nachweis in Kombination mit Belegen für einen kardiovaskulären Nutzen ist zudem von großer Relevanz für die Preisverhandlungen der Arzneimittelhersteller mit den Kostenträgern.

Design

Placebo-kontrollierte internationale Multizenter-Studie mit 17.160 Patienten, darunter 10.186 ohne atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankung. Die mediane Beobachtungszeit betrug 4,2 Jahre. Rund zehn Prozent der Patienten hatten eine positive Herzinsuffizienz-Anamnese. Primärer Sicherheits-Endpunkt war die Kombination schwerer kardiovaskulärer Ereignisse (kardiovaskulärer Tod, Herzinfarkt oder ischämischer Schlaganfall). Primärer Wirksamkeits-Endpunkt waren schwere kardiovaskuläre Ereignisse und eine Kombination von kardiovaskulärem Tod oder Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz. 

Hauptergebnisse

  • Beim primären Sicherheits-Endpunkt erwies sich das Gliflozin als ebenso sicher wie Placebo, das Kriterium der Nicht-Unterlegenheit war erfüllt. 
  • Beim Endpunkt schwere kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) ergab die Analyse keine signifikante Überlegenheit des Gliflozins. Die Häufigkeit solcher Komplikationen betrug in der Dapagliflozin-Gruppe 8,8 Prozent, in der Placebo-Gruppe 9,4 Prozent (Hazard Ratio 0,93; 95% CI 0,84 - 1,03; p = 0,17).
  • Beim Endpunkt kardiovaskulärer Tod oder Herzinsuffzienz-bedingte Hospitalisierung erwies sich das Gliflozin als wirksam (4,9% versus 5,8%; HR 0,83; 95% CI 0,73 - 0,95; p = 0,005). Bedingt war dies allein durch den signifikanten Effekt auf die Hospitalisierungsrate (relative Reduktion 27 Prozent). Beim Parameter kardiovaskulärer Tod wurde kein Effekt festgestellt. 
  • Auch renale Ereignisse (sekundärer Endpunkt) traten in der Gliflozin-Gruppe mit 4,3 versus 5,6 Prozent statistisch signifikant seltener auf (relative Risikoreduktion 24 Prozent). Beim Parameter Gesamtmortalität gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen Gliflozin- und Placebo-Gruppe. 
  • Diabetische Ketoazidosen waren unter dem SGLT-2-Hemmer erwartungsgemäß häufiger (0,3 versus 0,1 Prozent; p = 0,02), ebenso Genitalinfektionen, die entweder zu einem Abbruch der Therapie führten oder als schwerwiegend eingestuft wurden (0,9 versus 0,1 Prozent; p

Klinische Bedeutung

Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen die Resultate anderer kardiovaskulärer Outcome-Studien zu Gliflozinen (Empagliflozin und Canagliflozin): Danach sind diese Wirkstoffe zum einen kardiovaskulär sicher; zum anderen schützen sie offenbar vor der Entwicklung einer Herzinsuffizienz. Die Ergebnisse sprechen insgesamt dafür, SGLT-2-Hemmer bei einem Großteil der Typ-2-Diabetes-Patienten als Mittel der Wahl nach Metformin zu betrachten. 

Finanzierung: hauptsächlich AstraZeneca und teilweise auch Bristol-Myers Squibb