Osteoporose: Unterbrechung der Behandlung hat gravierende Auswirkungen auf die Knochengesundheit

  • Osteoporosis International

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Die Internationale Osteoporose Foundation (IOF) rät von einer Unterbrechung der Behandlung von Patienten mit Osteoporose unter Langzeittherapie mit Bisphosphonat oder Denosumab ab, da es zu einem signifikanten Anstieg des Frakturrisikos kommen kann.

Hintergrund

Die weitverbreitete Praxis, ein bis zwei Jahre eine Arzneimittelpause zu empfehlen, ergab sich aus der Sorge, dass die langfristige Anwendung von Bisphosphonaten mit seltenen Nebenwirkungen verbunden ist, nämlich atypischen Femurfrakturen und Osteonekrose des Kiefers. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass bei Patienten mit hohem Frakturrisiko das Nutzen-Risiko-Verhältnis eindeutig für eine Fortsetzung der Behandlung spricht.

Arzneimittelpausen bei Hochrisikopatienten nicht ratsam

Die Auswirkungen einer Unterbrechung der Behandlung mit Bisphosphonaten oder Denosumab wurden in einem neuen Arbeitskreis der IOF untersucht, und in der Fachzeitschrift Osteoporosis International veröffentlicht.

Ziel war es, die verfügbare Literatur zu überprüfen, um festzustellen, welche Evidenz vorliegt, um Entscheidungen über Arzneimittelurlaube zu treffen, und um Indikatoren zu finden, die den Klinikern bei der Entscheidung helfen könnten, die Therapie bei einzelnen Patienten fortzusetzen oder abzubrechen.

Basierend auf den verfügbaren klinischen Daten in prospektiven und retrospektiven Analysen stellten die Autoren jedoch fest, dass nach Absetzen der Bisphosphonat-Behandlung ein höheres Risiko für neue nicht-vertebrale Frakturen bei Frauen und ein stark höheres Risiko für Wirbelkörperfrakturen bestand. Ebenso kommt es nach dem Absetzen von Denosumab zu einem raschen Knochenverlust, wobei die Häufigkeit multipler Wirbelkörperfrakturen bei etwa 5 % liegt.

Studien, die eine langfristige Fortsetzung berücksichtigten, identifizierten kein erhöhtes Frakturrisiko und berichteten nur über sehr geringe Raten unerwünschter atypischer Frakturen.

Stellungnahme des IOF Komitees

Professor Serge Ferrari, Mitautor und Vorsitzender des IOF Committee of Scientific Advisors, fügte hinzu: „Osteoporotische Frakturen können lebensbedrohlich sein und die Lebensqualität verheerend beeinträchtigen. Ärzte und Patienten müssen sich darüber im Klaren sein, dass insbesondere bei Personen mit hohem Risiko der Nutzen einer fortgesetzten Behandlung das Risiko seltener Nebenwirkungen deutlich überwiegt. Darüber hinaus ist es wichtig zu verstehen, dass Bisphosphonate und Denosumab grundsätzlich unterschiedliche Behandlungsmethoden sind, die unterschiedliche Ansätze erfordern, da ein Absetzen von Denosumab zumindest bei Patienten, die zuvor keinen langanhaltenden Bisphosphonaten ausgesetzt waren, zu einem raschen Knochenverlust führt.“

Die IOF rät daher von Arzneimittelpausen bei Hochrisikopatienten unter Langzeittherapie mit Bisphosphonaten oder Denosumab ab. Die Wirksamkeit bewährter Behandlungen ist gut belegt, wobei eine Frakturreduktion bei kontinuierlicher Anwendung in der Größenordnung von 50 % möglich ist.