Osteoporose: Die Entwicklung von Odanacatib zur Behandlung postmenopausaler Patientinnen wird eingestellt

  • THE LANCET Diabetes & Endocrinology

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Ergebnisse der Phase 3 Langzeitstudie mit Odanacatib-Frakturen (LOFT) zeigt, dass MK-0822 (Odanacatib) das Risiko für Frakturen verringern kann, aber gleichzeitig das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse bei postmenopausalen Frauen mit Osteoporose erhöht. Auf Grundlage einer Nutzen-Risiko-Abschätzung entschied sich der Sponsor der Studie, die Entwicklung von Odanacatib zur Behandlung von Osteoporose nicht weiter zu verfolgen.

Hintergrund

Odanacatib, ein Kathepsin-K-Hemmer, verringert die Knochenresorption und erhält gleichzeitig die Knochenbildung aufrecht. Frühere Arbeiten haben gezeigt, dass Odanacatib die Knochenmineraldichte bei postmenopausalen Frauen mit geringer Knochenmasse erhöht. Um die Wirksamkeit und Sicherheit von Odanacatib zu untersuchen, hat ein internationales Forscherteam nun Daten der multizentrischen, Phase 3 LOFT-Studie (NCT00529373) ausgewertet.

Odanacatib gefährdet die kardiale Sicherheit postmenopausaler Osteoporose-Patientinnen

Zwischen dem 14. September 2007 und dem 17. November 2009 wurden 16071 Patientinnen (Alter ≥ 65 Jahre) aus 388 ambulanten Kliniken in 40 Ländern zufällig einer Behandlung zugeteilt: 8043 Frauen erhielten eine Behandlung mit Odanacatib (50 mg/Woche) und 8028 Frauen die Behandlung mit Placebo. Die Teilnehmerinnen konnten sich nach Abschluss der Primärstudie freiwillig für eine Doppelblind-Verlängerungsstudie (LOFT-Verlängerungsstudie) anmelden und ihre ursprüngliche Behandlung für bis zu fünf Jahre fortsetzen.

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 36,5 Monaten wurden 4297 Frauen mit Odanacatib und 3960 mit Placebo in die LOFT-Verlängerungsstudie aufgenommen.

Die Studienergebnisse zeigten, dass, gegenüber einer Placebo-Behandlung, Odanacatib die Inzidenz von Wirbelkörperfrakturen, Hüftfrakturen und nicht-vertebrale Frakturen signifikant verringern konnte.

Allerdings mussten die Forschenden auch feststellen, dass im Vergleich zur Placebo-Gruppe, die kardiale Sicherheit bei signifikant mehr Patienten in der Odanacatib-Gruppe gefährdet war. Die Odanacatib-Behandlung war deutlich mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko assoziiert.

Nach einer Nutzen-Risiko-Analyse hat der Sponsor der LOFT Studie die Weiterentwicklung von Odanacatib zur Behandlung von postmenopausaler Osteoporose-Patientinnen eingestellt.

Finanzierung: Merck Sharp & Dohme Corp