Oropharynxkarzinom: Die ASCO warnt davor, die Intenstität der Behandlung bei Patienten mit p16-positiven Tumoren zu reduzieren

  • Adelstein DJ & al.
  • J Clin Oncol
  • 25.04.2019

  • von Brian Richardson, PhD
  • Studien – kurz & knapp
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Kernaussagen

  • Neuere Studien deuten darauf hin, dass eine Reduzierung der Behandlungsintensität bei einigen Patienten sinnvoll sein kann.

  • Dennoch betont die American Society of Clinical Oncology (ASCO), dass die Behandlungsempfehlungen für Patienten mit p16-positivem Oopharynxkarzinom nicht geändert wurden.

  • Eine Reduzierung der Behandlungsintensität sollte vorerst nur im Rahmen von klinischen Studien erfolgen.

 

Hintergrund

In Nordamerika und Europa sind Infektionen mit dem Humanen Papillomvirus (HPV) häufig die Ursache für Plattenepithelkarzinome des Mund-Rachenraums. Die Prognose für HPV-positive Oropharynxkarzinome ist signifikant besser als für solche, die durch Rauchen induziert wurden. Es gibt zunehmende Belege dafür, dass eine Reduzierung der Therapieintensität Langzeitnebenwirkungen reduzieren kann, ohne die Überlebenschancen zu beeinträchtigen. Die ASCO gibt jedoch zu bedenken, dass diese vorläufigen Ergebnisse dazu verführen könnten, vorschnell Therapieprotokolle zu verändern. Als weiteres Problem gibt sie an, dass die neue Stadieneinteilung und Klassifizierung der American Joint Committee on Cancer (AJCC) zum Teil falsch interpretiert wird. Sie rechtfertigt keine veränderten Therapieentscheidungen oder Reduktion der Behandlungsintensität.

 

Stu diendesign

Basierend auf einem systematischen Review der medizinischen Fachliteratur und einem informalen Expertenkonsens, entwickelt ein Expertengremium eine vorläufige klinische Stellungnahme.


Hauptempfehlungen

  • Die bestehenden Behandlungsempfehlungen bleiben unverändert. Dies gilt auch vor dem Hintergrund, dass Subgruppen von Patienten mit guter Prognose identifiziert wurden, und vielversprechende erste Ergebnisse darauf hindeuten, dass eine Deintensivierung der Therapie für einige Patienten in Fragen kommen könnte.

  • Auch die veränderte Stadieneinteilung der AJCC-Klassifizierung ändert zunächst nichts an den Therapieempfehlungen. NAch der neuen Einteilung werden Patienten mit p16-positiven Tumoren, die bislang einem fortgeschrittenen Stadium zugeordnet wurden, jetzt als Patienten in frühem Stadium betrachtet.

  • Standard für die nicht nichtoperative Therapie bei Patienten in fortgeschrittenem Stadium, für die Cisplatin als Behandlungsoption in Frage kommt, ist eine simultane Radiochemotherapie mit einer Gabe von hochdosiertem Cisplatin alle drei Wochen.

  • Bei Patienten, bei denen der Tumor initial operativ entfernt wurde, wird adjuvante Radiochemotherapie mit simultaner Gabe von hochdosiertem Cisplatin alle der Wochen empfohlen. Diese Empfehlung gilt für Patienten mit positiven Resektionsrändern und/oder extranodaler Tumorausdehnung.

  • Die Intensität der Behandlung sollte bei Patienten mit p16-positivem Oropharynxkarzinom ausschließlich im Rahmen einer klinischen Studie reduziert werden.

     

Finanzierung

ASCO