Orientierungswert steigt um 1,52 Prozent

Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Berlin (pag) – Sie haben sich geeinigt. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) verkünden, dass die Honorarverhandlungen abgeschlossen sind. Der Orientierungswert steigt demnach zum 1. Januar 2020 um 1,52 Prozent.

 

Die KBV forderte zum Start der Verhandlungen im Bewertungsausschuss 2,7 Prozent Erhöhung, die Kassen boten nur 0,2 Prozent an. Das erzielte Verhandlungsergebnis spült 565 Millionen Euro zusätzliches Honorar in die Arztpraxen, so die Berechnung von KBV und GKV-SV. „Die gemeinsame Selbstverwaltung hat ihre Funktionsfähigkeit unter Beweis gestellt“, meint KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. Glücklich über die Einigung zeigt sich auch Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes: „Dies stärkt die ambulante Versorgung und ist damit gut für Patienten und Ärzte.“ Zunächst sah es so aus, als wenn die Honorarverhandlungen aufgrund der weit auseinander liegenden Forderungen scheitern und im Erweiterten Bewertungsausschuss landen würden. Aktuell liegt der Orientierungswert bei 10,8226 Cent.

Weitere Verhandlungsergebnisse: Im Bereich Humangenetik werden außerdem ärztliche Beurteilungs- und Beratungsleistungen ab dem kommenden Jahr extrabudgetär vergütet. Die Regelung gilt für drei Jahre. Ferner wird die bereits bestehende extrabudgetäre Vergütung von Leistungen der Tumorgenetik um drei Jahre verlängert. Gassen: „Davon profitieren insbesondere Patienten mit seltenen Erkrankungen und Krebserkrankungen in der Familie.“

Schon ab 1. Oktober gibt es mehr Geld für Ärzte, die Videosprechstunden anbieten – und zwar in Form einer Anschubfinanzierung von maximal 500 Euro pro Quartal und Praxis. Die Fördermöglichkeit gilt für zwei Jahre. Damit wolle der GKV-SV „einen Impuls geben, damit sich das Versorgungsangebot für unsere Versicherten weiter erhöht und flexibilisiert“, sagt Stoff-Ahnis.