Orientierungswert: Kritik am Verhandlungsergebnis

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Berlin (pag) – Die Erhöhung des Orientierungswertes ist zwei Ärzteorganisationen nicht hoch genug. Sowohl der NAV Virchow-Bund als auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) üben Kritik. Der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung einigten sich auf eine Erhöhung von 1,52 Prozent für 2020 – ein Plus von 565 Millionen Euro.

 

Die Erhöhung „deckt nicht einmal ansatzweise die gestiegenen Praxiskosten und insbesondere die Personalkosten“, klagt BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach. „Alleine im Juli 2019 ist die Teuerungsrate um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen.“ Der BVKJ-Präsident spricht angesichts dessen von einem Verlust. „Mit diesen Honoraren können wir unsere Praxen nicht mehr wirtschaftlich führen“, meint er. Sein Verband frage sich, „wie wir die steigende Zahl unserer chronisch kranken Kinder und Jugendlichen versorgen sollen“.

Auch der NAV Virchow-Bund äußert sich enttäuscht. Das Verhandlungsergebnis mache rund 466 Euro mehr pro Monat und Praxis aus. „Das ist angesichts der allgemeinen Preisentwicklung, vor allem jedoch hinsichtlich der Personalkosten kein gutes Zeichen. Der Fachkräftemangel hat längst die Praxen niedergelassener Ärzte erreicht“, sagt der Bundesvorsitzende Dr. Dirk Heinrich. Der NAV Virchow-Bund und der BVKJ setzen nun auf die EBM-Reform. Heinrich hofft, dass in diesem Zuge die Gehälter der Niedergelassenen an die Löhne der Krankenhausärzte angepasst werden.