Organspende: Gesetzentwurf soll im Herbst kommen

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Berlin (pag) – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) reagiert auf zurückgehende Organspendezahlen. Für den Herbst kündigt er einen Gesetzesentwurf an. 

Mehr Geld für Organentnahmen und eine Stärkung der Transplantationsbeauftragten – das will Jens Spahn mit dem geplanten Gesetz erreichen. Die rückläufigen Spenderzahlen führt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) auf „wechselseitige, strukturelle und organisatorische Schwachstellen sowie auf Arbeitsverdichtungen im klinischen Alltag“ zurück. Auch die „unzureichende Vergütung der Organentnahme“ führt Spahns Haus als Grund an. Den Transplantationsbeauftragten soll im Organspendeprozess eine Schlüsselrolle zukommen. „Für all diese Bereiche ist zu klären, wo Verbesserungen erforderlich und möglich sind“, teilt das Ministerium auf Anfrage der Presseagentur Gesundheit mit.

Für den Minister sei es wichtig, mehr Verbindlichkeit zur persönlichen Auseinandersetzung und Entscheidung über die eigene Spendebereitschaft zu schaffen. „Die Ablehnung einer Organspende soll dabei genauso respektiert werden wie die Entscheidung für eine Organspende“, sagt die BMG-Pressestelle. Zur Ausgestaltung der Verbindlichkeit gebe es verschiedene Lösungsansätze, die in einer offenen, gesellschaftlichen und politischen Debatte geführt werden sollen.

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) registriert zwar einen leichten Anstieg bei den Organentnahmen in der ersten Jahreshälfte 2018. Aber es seien 30 Prozent weniger seit 2010, so die DSG in ihrem Jahresbericht 2017. Dabei sei die Spendebereitschaft in der Bevölkerung aber gestiegen – zwischen 2010 und 2015 um 13,9 Prozent. Gesundheitspolitiker der CDU/CSU-Bundestagsfraktion haben bereits ein Positionspapier zum Thema Organspende mit konkreten Lösungsansätzen vorgelegt.