Opioide erhöhen das Risiko für Pneumonien bei HIV-positiven und HIV-negativen Patienten


  • Daniela Ovadia — Agenzia Zoe
  • Medical News
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Kernbotschaften 

  • Opioide, insbesondere in hoher Dosierung, und immunsuppressive Opioide sind bei HIV-positiven und auch HIV-negativen Patienten mit einem erhöhten Risiko für ambulant erworbene Pneumonien assoziiert.
  • Um das Risiko zu mindern, sollten Ärzte weniger Opioide, insbesondere immunsuppressive, verordnen oder geringer dosierte Präparate.
  • Das Risiko für eine Lungenentzündung kann durch eine Impfung gegen Pneumonie und durch Verzicht auf's Rauchen vermindert werden.

Einige Opioide (dazu zählen Codein, Fentanyl und Morphium) sind als immunsuppressive Wirkstoffe bekannt; der Zusammenhang zwischen verordneten Opioiden und klinisch relevanten Ereignissen, bei denen das Immunsystem eine Rolle spielt, ist allerdings unzureichend erforscht, vor allem bei Menschen, die mit HIV infiziert sind.

Die Fallkontroll-Studie verwendete Daten der „Veterans Aging Cohort Study“ aus dem Zeitraum 1. Januar 2000 bis 31. Dezember 2012. Patienten mit einer ambulant erworbenen Pneumonie, die in einem Krankenhaus behandelt werden mussten (n = 4246), wurden in einem Verhältnis von 1 zu 5 passenden Personen ohne Pneumonie (n = 21.146) gegenübergestellt.

Die Opioid-Exposition innerhalb eines 12-monatigen Zeitraums vor einem Index-Tag wurde durch eine zusammengesetzte Variable beschrieben, basierend auf dem Zeitfaktor (keine Opioid-Therapie, frühere und gegenwärtige Therapie), auf der Dosierung (gering: medianes Morphium-Äquivalent unter 20 mg/die, mittig: 20 bis 50 mg und hoch: >50mg), sowie auf immunsuppressiven Eigenschaften (immunsuppressiv versus unbekannt oder nicht immunsuppressiv).

Zwischen den verordneten Opioiden und ambulant erworbenen Pneumonien bestand bei HIV-positiven und HIV-negativen Patienten ein unabhängiger Zusammenhang. Das Pneumonie-Risiko stieg mit höheren Opioid-Dosen, mit der Verordnungsdauer und bei immunsuppressiven Opioiden. HIV-positive Personen neigten eher dazu, eine Pneumonie zu bekommen, sogar bei gering dosierten Opioiden und besonders bei immunsuppressiven.

Opioide können den köpereigenen Pneumonie-Schutz auf mehrfache Weise beeinträchtigen, etwa durch Unterdrücken von Husten und Atmung sowie durch Hemmung der Schleimsekretion.

Die Studie, publiziert im Fachmagazin „JAMA Internal Medicine“, geht mit der Hypothese konform, dass Opioide auf das Immunsystem wirken. Zur Reduktion des Risiko können Bemühungen beitragen, die Verordnung von Opioiden zu minimieren, insbesondere bei HIV-Positiven, sowie den Einsatz von höher dosierten und immunsuppressiven Opioiden Dosierungen zu senken.

Die Studie unterstreicht zudem die Notwendigkeit, dass Ärzte, die Opioide verordnen, Schritte zur Reduktion des Pneumonie-Risikos unternehmen, indem sie die Impfung gegen Pneumokokken und den Verzicht auf’s Rauchen fördern.