Opioidabhängige Patienten: nach Gelenkersatz erhöhte Komplikationsraten

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Schlechtere postoperative Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Patientengruppe von gezielten Interventionen profitieren könnte.

Erkenntnis

  • Patienten, die vor einem totalen Hüft- oder Kniegelenkersatz opioidabhängig waren, zeigten mehr postoperative Komplikationen, erzeugten höhere Krankenhauskosten und wurden häufiger in eine Rehabilitationseinrichtung entlassen.

Warum das wichtig ist

  • Diese Patientenpopulation könnte von gezielten Interventionen zur Verbesserung der Ergebnisse profitieren.

Studiendesign

  • US-amerikanische, retrospektive Kohortenstudie mit 3.545.565 Patienten, die sich aufgrund von Osteoarthrose einer elektiven, unilateralen, primären Hüft- oder Knie-Totalarthroplastik in Gemeindekrankenhäusern unterzogen (2016–2019)
  • Opioidabhängige Patienten waren durch Diagnosecodes für Opioidgebrauchsstörung oder langfristige Opioidanwendung definiert.
  • Wichtigste Ergebnisse: postoperative Komplikationen im Krankenhaus, Aufenthaltsdauer, um die Inflation bereinigte Gesamtkosten
  • Finanzierung: Keine

Wesentliche Ergebnisse

  • 2,6 % der Kohorte waren vor ihrer Gelenkersatzoperation opioidabhängig.
  • Im Vergleich zu nicht-abhängigen Pendants wiesen opioidabhängige Patienten, die sich einem totalen Hüft- oder Kniegelenkersatz unterzogen, höhere bereinigte postoperative Risiken für Folgendes auf:
    • um 40 % bzw. 30 % für respiratorische Komplikationen
    • um 80 % bzw. 80 % für gastrointestinale Komplikationen
    • um 10 % bzw. 20 % für Harnwegsinfektionen
    • um 50 % bzw. 40 % für Bluttransfusionen
    • um 70 % bzw. 60 % für tiefe Beinvenenthrombosen
  • Die durchschnittlichen Krankenhausgesamtkosten waren bei opioidabhängigen Patienten um 6,5 % höher als bei nicht-abhängigen Patienten (p < 0,001), und bei ersteren Patienten waren die Krankenhausaufenthalte länger (2,15 vs. 2,03 Tage; p < 0,001).
  • Opioidabhängige Patienten wurden zudem häufiger in eine Rehabilitationseinrichtung entlassen (17,8 % vs. 15,7 %; p < 0,001).

Einschränkungen

  • Die Studie stützte sich auf administrative Daten.
  • Die verwendeten Diagnosecodes könnten zu einer Überschätzung der Fälle mit Opioidgebrauchsstörung geführt haben.
  • Über die chirurgischen Eingriffe und die Opioidanwendung waren keine Details verfügbar.