Operation eines DCIS plus Strahlentherapie senkt die Mortalität durch Brustkrebs


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Frauen, die an einem duktalen Carcinoma in situ (DCIS) erkrankt sind, und die zusätzlich zu einer Lumpektomie eine Strahlentherapie erhalten, sterben geringfügig seltener an Brustkrebs, als Frauen die eine Lumpektomie oder Mastektomie ohne zusätzliche Strahlentherapie erhalten.

Hintergrund

Zwar wird ein (DCIS) gegenüber dem Brustkrebs lediglich als Vorstufe eingeordnet, das Risiko später an einem Mammakarzinom zu sterben ist aber dennoch annähernd verdoppelt. Wird zusätzlich zur Lumpektomie bzw. Mastektomie eine Strahlentherapie verabreicht, so sinkt einer früheren Studie zufolge die Zahl von Lokalrezidiven, nicht aber die Brustkrebssterblichkeit. Aus der gleichen Arbeitsgruppe stammt die aktuelle Arbeit, die den Zusammenhang nun an einer nochmals größeren Zahl von Frauen untersucht hat.

Design

Kohortenstudie mit 140.366 Frauen, bei denen im Durchschnittsalter von 58,3 Jahren ein erstes primäres DCIS diagnostiziert wurde. Sie wurden nach Maßgabe der Ärzte entweder durch eine Lumpektomie alleine (25,0 %), Lumpektomie plus Strahlentherapie (46,5 %) oder durch eine Mastektomie behandelt (28,5 %). Das primäre Studienziel war die Brustkrebs-spezifische Mortalität über einen Zeitraum von 15 Jahren.

Hauptergebnisse

  • Die auf 15 Jahre berechnete Brustkrebsmortalität betrug 2,26 % für Patientinnen, die eine Mastektomie bekommen hatten, 2,33 % für Patientinnen, die lediglich eine Lumpektomie erhalten hatten, und 1,74 % für Frauen, die zusätzlich zu einer Lumpektomie eine Strahlentherapie bekommen hatten.
  • Die adjustierten Chancenverhältnisse HR waren für die Lumpektomie plus Strahlentherapie vs. alleinige Lumpektomie 0,77 (95 %-Konfidenzintervall 0,67 – 0,88). HR für Lumpektomie plus Strahlentherapie vs. Mastektomie: 0,75 (95 %-KI 0,65 – 0,87). Das HR für Mastektomie vs. Lumpektomie betrug 0,91, war mit einem 95 %-KI von 0,78 – 1,05 aber nicht signifikant.

Klinische Bedeutung

Der Vorteil einer zusätzlichen Strahlentherapie zur Lumpektomie war in dieser Studie signifikant, aber klein. Die absolute Risikoreduktion betrug nur 0,27 Prozent, 370 Frauen müssten zusätzlich behandelt werden, um ein Leben zu retten. Zum Mechanismus legen die Autoren nahe, dass der Effekt nicht auf einer lokalen Kontrolle beruhen würde, sondern systemisch sei. Ein eindeutiges Urteil über den Nutzen lässt sich dennoch nicht fällen, da die Behandlungen nicht randomisiert wurden, sodass die Entscheidung zugunsten einer Strahlentherapie möglicherweise mit andern günstigen, aber unerkannten prognostischen Faktoren einherging.

Finanzierung: Keine Angaben.