Operables Her+ Mammakarzinom: Trastuzumab nach Anthrazyklin ist vergleichbar effektiv wie parallele Therapie


  • Dr. Nicola Siegmund-Schultze
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

In der neoadjuvanten Therapie von Frauen mit operablem Her2+ Brustkrebs ist eine Zytostotatikat herapie mit Fluorouracil, Epirubicin und Cyclophosphamid (FEC) gefolgt von Paclitaxel plus Trastuzumab vergleichbar wirksam wie das Regime Paclitaxel plus Trastuzumab gefolgt von FEC plus Trastuzumab. Es gibt keine signifikanten Unterschiede in den Raten der kompletten pathologischen Response, im krankheitsfreien Überleben und im Gesamtüberleben.

Hintergrund

Bei Frauen mit operablem Her2+ Mammakarzinom verbessert die neoadjuvante Therapie die Operabilität der Tumoren und reduziert das Rezidivirisiko. Vom Anti-Her2-Antikörper Trastuzumab, obligat bei diesen Tumoren, sind potenziell kardiotoxische Effekte bekannt und es gibt Bedenken bei der gleichzeitigen Anwendung mit Anthrazyklinen wie Epirubicin, die ebenfalls kardiotoxisch sein können. In einer prospektiv randomisierten Studie der American College of Surgeons Oncology Group (ACOSOG) ist untersucht worden, ob Trastuzumab parallel zur Chemotherapie Fluorouracil, Epirubicin und Cyclophosphamid (FEC) gegeben werden muss gefolgt von einem Taxan plus Trastuzumab oder ob FEC gefolgt von Paclitaxel plus Trastuzumab für die erwünschte Wirkung ausreicht.

Design

  • Teilnehmerinnen: 280 Frauen (durchschnittlich 50 Jahre alt) mit operablem Her2+ Mammakarzinom in den Stadien T1-T4
  • Randomisierung 1 : 1 in zwei Behandlungsarme
    • Arm 1: Fluorouracil, Epirubicin und Cyclophosphamid (FEC) (für 4 Zyklen à 21 Tage) gefolgt von Paclitaxel plus Trastuzumab (für 4 Zyklen à 21 Tage) und
    • Arm 2: Paclitaxel plus Trastuzumab (für 4 Zyklen à 21 Tage) gefolgt von FEC plus Trastuzumab (ebenfalls jeweils 4 Zyklen à 21 Tage)
  • Chirurgische Entfernung des Tumors nach neoadjuvanter Behandlung
  • Therapie mit Trastuzumab nach Operation ein Mal alle 3 Wochen bis zur Komplettierung von insgesamt 52 Wochen Trastuzumab-Behandlung in beiden Studienarmen

Hauptergebnisse

Primärer Endpunkt war der Anteil der Patientinnen mit komplettem Ansprechen in der pathologischen Untersuchung des Brust- und Lymphknotengewebes (pCR). Die Rate der pCR betrug 52,9 % in Arm 1 und 50 % in Arm 2. Dies war kein statistisch signifikanter Unterschied. Nach einem medianen follow-up von 5,1 Jahren gab es 22 Krakheitsereignisse in Arm 1 und 27 Ereignisse in Arm 2, auch dies keine signifikante Differenz. 92 % der Teilnehmerinnen beider Studienarme lebten noch 60 Monate nach Randomisierung. Die Überlebenskurve hatte ein Plateau erreicht.

Klinische Bedeutung

Eine parallele Therapie von Trastuzumab mit Fluorouracil, Epirubicin und Cyclophosphamid hat für Frauen mit Her2+, operablem Mammakarzinom keinen klinischen Benefit im Vergleich zur sequenziellen Gabe (Trastuzumab plus Paclitaxel nach FEC). Das parallele Behandlungsregime wird nicht empfohlen, weil die Kardiotoxizität erhöht sein kann.
 

Finanzierung: Mittel US-amerikanischer Stiftungen; kein Interessenkonflikt