Omega-3-Fettsäuren auch für Diabetes-Patienten ohne Nutzen


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Patienten mit Diabetes mellitus, aber ohne kardiovaskuläre Erkrankung sind durch eine Behandlung mit Omega-3-Fettsäuren nicht besser vor kardiovaskulären Ereignissen geschützt worden als durch Placebo (Olivenöl).

Hintergrund

Beobachtungsstudien haben einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Fischöl-Kapseln und einer verminderten Rate an kardiovaskulären Ereignissen gezeigt. Kontrollierte Studien und Metaanalysen haben aber keine Belege dafür geliefert, dass Omega-3-Fettsäuren tatsächlich vor Herzinfarkten oder Schlaganfällen schützen. In der ASCEND-Studie wurde der kardiovaskuläre Nutzen der Fettsäuren bei Diabetes-Patienten geprüft, die noch keine Herzgefäß-Krankheit hatten.

Design

Knapp 15.500 Diabetes-Patienten ohne kardiovaskuläre Erkrankung erhielten entweder täglich eine 1-Gramm-Kapsel mit Omega-3-Fettsäuren (460 mg Eicosapentaensäure, 380 mg Docosahexaensäure) oder mit Olivenöl als Placebo. Primärer Endpunkt war die Kombination von einem schweren vaskulären Ereignis (Herzinfarkt, Schlaganfall, TIA, kardiovaskulärer Tod). Die mittlere Beobachtungsdauer betrug 7,4 Jahre

Hauptergebnis

Ein primäres Endpunkt-Ereignis gab es in der Gruppe mit Omega-3-Fettsäuren bei 8,9 Prozent der Patienten, in der Placebo-Gruppe bei 9,2 Prozent. Der Unterschied war statistisch nicht signifikant. Auch beim Parameter Gesamtmortalität oder bei der Kombination von schweren vaskulären Ereignissen und Revaskularisierung gab es keine signifikanten Differenzen. Keinen Unterschied gab es auch bei der Häufigkeit von Tumorkrankheiten.

Einen für die Fettsäuren positiven Trend gab es allerdings bei kardiovaskulären Todesfällen (2,4 versus 2,9 Prozent). 

Klinische Bedeutung

Insbesondere in Kombination mit mehreren anderen aktuellen Studien spricht auch diese Studie gegen einen Nutzen von Fischöl-Kapseln in der Primärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen. Nicht ausgeschlossen ist allerdings, dass höhere Dosierungen der Fettsäuren einen gesundheitlichen Nutzen haben. Doch obgleich auch kontrollierte Studien und Metaanalysen methodische Grenzen haben, sollte überlegt werden, ob es sinnvoll ist, weiterhin Ressourcen für Studien zum Nutzen des Nahrungsergänzungsmittel zu verwenden. 

Finanzierung:  British Heart Foundation, U.K. Medical Research Council, Solvay, Abbott, Mylan und Bayer