ÖGD-Ärzte fordern dauerhafte Stärkung der Gesundheitsämter

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Berlin (pag) – In der Regierungskoalition herrscht Einigkeit und auch die Ministerpräsidenten haben sich klar zu dem Schritt bekannt: Es braucht einen „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD)“. Während dessen Erarbeitung noch andauert, macht der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) mit einem eigenen Forderungskatalog Druck auf die verantwortliche Gesundheitsministerkonferenz.

 

Das wichtigste Anliegen des Verbands bleibt unverändert die dauerhafte Aufstockung des Personals in den Gesundheitsämtern. Mehr als 10.000 neue Stellen für Fachpersonal würden benötigt, sagt BVÖGD-Vorstandsvorsitzende Dr. Ute Teichert. Um die Attraktivität der Tätigkeit im ÖGD zu erhöhen, sollen die Gehälter der Ärzte laut Forderungskatalog mittels „arztspezifischem Tarifvertrag“ an das an Kliniken herrschende Niveau angeglichen werden. Die Bundesärztekammer (BÄK) unterstützt dieses Vorhaben in ihrem Positionspapier „Lehren aus der Corona-Pandemie“.

Sowohl BVÖGD als auch BÄK machen sich zudem stark dafür, mehr bevölkerungsmedizinische Inhalte im Medizinstudium zu verankern, damit angehende Ärzte schon in der Ausbildung Wissen über den Öffentlichen Gesundheitsdienst vermittelt bekommen. Die ÖGD-Ärzte fordern darüber hinaus die Schaffung eigener Professuren an Hochschulen. Derzeit sei das Medizinstudium noch „nahezu ausschließlich individualmedizinisch ausgerichtet“. Künftig sollten Studierende Famulaturen oder ihr Praktisches Jahr auch im ÖGD durchführen können.

Mit der personellen soll nach dem Willen der Politik auch eine technische Aufrüstung der Gesundheitsämter einhergehen. Der BVÖGD fordert, die Digitalisierung der bundesweit 375 Einrichtungen auch jenseits der bereits vereinbarten Förderung in Höhe von 50 Millionen Euro weiter voranzutreiben. Benötigt würden vor allem Investitionen in einheitliche Softwaretools zur Arbeitserleichterung sowie in digitale Kommunikationsmöglichkeiten.