Offensive für die Kinderversorgung

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Berlin (pag) – Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) reagiert auf die Versorgungsnotlage in der Kinderheilkunde – unter anderem mit festen Vergütungspreisen für niedergelassene Pädiater.

Angesichts der vollen Kinderstationen der Krankenhäuser und der überfüllten Praxen der Kinderärzte und Kinderärztinnen hat Gesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach (SPD) drei Maßnahmen angekündigt. Vor der Kamera spricht er am 15. Dezember von einer „Versorgungslage, die sich niemand gewünscht hat“. Deshalb sollten sich die niedergelassenen Kinderärzte, die jetzt Versorgung machten, darauf verlassen können, dass sie diese auch komplett bezahlt bekommen. Das bedeutet: Eine Vergütung mit festen Preisen, die Budgets werden ausgesetzt. „Das ist das Mindeste, was wir diesen Kolleginnen und Kollegen schulden“, sagt der Minister. Grundsätzlich will er den Beruf des Vertragskinderarztes attraktiver machen. „Daher wird dieser Bereich der Versorgung komplett aus den Budgets herausgenommen“, kündigt der Politiker an. Das Versprechen: Jeder könne sich dann auf das medizinisch Notwendige konzentrieren und müsse nicht die Bürokratie des Budgets durchleben. Als drittes soll die Vergütung von den Honorarkräften der Kliniken zu 100 Prozent über das Pflegebudget abgerechnet werden. „Die Krankenkassen bezahlen daher alle Honorarkräfte, die jetzt zur Verfügung gestellt werden für die Versorgung in den Kinderkliniken.“

Lauterbach schließt weitere Maßnahmen nicht aus, sollte sich die Versorgungslage für die kleinen Patienten nicht entspannen. Dazu gehört auch, planbare Eingriffe bei Erwachsenen zu verschieben – entweder regional oder sogar bundesweit. Die Berliner Charité ist dem bereits zuvorgekommen und setzt schon jetzt – wie auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie – planbare Eingriffe aus.