Nutri-Score: Für Ärzte ein Baustein zur Adipositas-Prävention

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Berlin (pag) – Nach über zehn Jahren Diskussion kommt die Nährwertkennzeichnung für Lebensmittel. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) kündigt die Verordnung zum Nutri-Score für Oktober an. Ärzteverbände loben das als einen Baustein zur Prävention von Adipositas. Weitere müssen allerdings folgen.

Der Nutri-Score informiert im fünfstufigen Ampelsystem mit Farben und Buchstaben über die Qualität eines Lebensmittels. Er berücksichtigt, wie viel Zucker, Fette, Salz und andere Nährstoffe enthalten sind. Ein Nahrungsmittel mit einem A auf dunkelgrünem Grund bietet eine hohe Qualität, eines mit einem E auf rotem Grund einen schlechten Nährwert. Die Kennzeichnung ist das Ergebnis einer Umfrage unter 1.600 Verbrauchern: Sie haben aus vier Modellen den Nutri-Score mit 57 Prozent zum Favoriten gewählt.

„Die Zustimmung bei den für Prävention schwer erreichbaren Personen mit geringer formaler Bildung (63 Prozent) und starkem Übergewicht (64 Prozent) sowie denen, die sich selten mit der Zusammensetzung von Lebensmitteln beschäftigen (67 Prozent), ist besonders groß“, betont Prof. Martina de Zwaan, Präsidentin der Deutschen Adipositas-Gesellschaft, mit Blick auf die Umfrage. Darum habe der Nutri-Score das Potenzial, einen gesunden Einkauf zu erleichtern.

Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) begrüßen die Einführung. „Wir haben ihn lange gefordert. Seine Wirksamkeit ist in zahlreichen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen worden“, sagt BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach. Es brauche aber weitere Maßnahmen zur Prävention gegen Adipositas. DDG-Geschäftsführerin Barbara Bitzer mahnt ein Werbeverbot für Lebensmittel an, die sich an Kinder richten. Der BKJV fordert außerdem ein Verkaufsverbot von zuckerhaltigen Getränken in Schulen und Qualitätsstandards für Kita- und Schulessen.